Star Trek Prodigy: Supernova - Das Spiel zur Serie kann überzeugen

Christian Kahle am 23.11.2022 19:30 Uhr
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Bei "Star Trek Prodigy: Supernova" handelt es sich um ein Tie-in-Spiel zur gleichnamigen Animationsserie. Die Serie selbst richtet sich an ein jüngeres Publikum, als es beispielsweise bei "Lower Decks" der Fall ist.

In den zwölf Levels des Games versuchen Dal und Co. das Entstehen einer Supernova zu verhindern. Zu Beginn ist die Crew der Protostar aber mit der Bergung des eigenen Schiffs sowie der Rettung der anderen Crew-Mitglieder beschäftigt. Ähnlich wie bei anderen Star Trek-Ablegern werden Probleme der heutigen Zeit thematisiert und veranschaulicht. Dies geschieht beispielsweise in Form eines Planeten, der durch Global Warming ausgetrocknet ist. Die Story von Supernova spielt nach der zehnten und vor der elften Episode der Serie. Die Serienmacher haben über Twitter verlauten lassen, dass im Spiel viele Hinweise auf die weitere Handlung der ersten Staffel versteckt sind.

Star Trek Prodigy: Supernova


Star Trek Prodigy: Supernova


Star Trek Prodigy: Supernova

Diese enge Verbindung zwischen Serie und Spiel ist eine der größten Stärken von Prodigy: Die Dialoge und Umgebung fühlen sich authentisch an. Dazu trägt auch die stimmige Musik bei. Wenn einer der Charaktere spricht, hat man nie das Gefühl, dass es sich nicht um die echte Janeway handelt. Eine Einschränkung gibt es dabei allerdings: Diese Authentizität beginnt erst nach dem Intro. Obwohl das eigentliche Spiel sowie der Launch-Trailer mit demselben Logbucheintrag von Dal beginnen, unterscheidet sich der Animationsstil beider Szenen. Im Trailer setzt man auf 3D-Animation, während das Intro mit gezeichnetem Comic-Stil überrascht. In besagtem Intro ist Janeway zwar zu hören, aber nicht zu sehen. Diese Art der Charakter-Verwendung weicht von der Serien-Darstellung ab: Das Hologramm-Janeway ist in Star Trek Prodigy sogar auf der Brücke zu sehen, wenn die Crew nicht vor Ort ist. Zudem kann die teils langsame Erzählung im Intro nicht zünden, da das Gefühl entsteht, dass Erzählzeit und erzählte Zeit nicht aufeinander abgestimmt wurden. Besonders stark fällt dies beim Ausfahren des manuellen Steuerknüppels auf, welcher gefühlt in Zeitlupen-Geschwindigkeit bereitgestellt wird.

Teils erscheinen neue Spiele, wie etwa die aktuelle Monkey Island-Auflage, ohne deutsche Sprachausgabe. Supernova bietet eine deutsche Fassung an und sammelt somit einige Bonus-Punkte. Während das Vorhandensein einer deutschen Sprachausgabe durchaus positiv hervorzuheben ist, wirken die Sprecher vor allem in Verbindung mit dem Intro nicht sonderlich motiviert. Unser Kollege Timm Mohn hat das Spiel nach jenem erst einmal abgebrochen und auf Englisch neu gestartet. Die Originalsprecher verhelfen dem Intro direkt zu etwas mehr Dynamik. Leider ist es nicht möglich, die englische Sprachausgabe zu nutzen und dabei die Untertitel auf Deutsch einzustellen.

Star Trek Prodigy: Supernova

Die Handlung wird vorrangig durch Phaser- bzw. Fretwork-Kämpfe sowie das Umleiten von Stromleitungen vorangetrieben. Das Prinzip kommt jedem bekannt vor, der schon mal Asterix und Obelix XXL gespielt hat. Supernova lässt sich zu zweit oder mit der Spiel-eigenen AI spielen. Diese steht einem tapfer und durchaus hilfreich zur Seite. Wer Star Trek-interessierte Freunde hat, wird aber auch jeden Fall vom Spiel zu zweit profitieren. Im Verlauf der Levels werden weitere Crew-Mitglieder gerettet und Items, wie etwa eine Deep Space Nine, gesammelt. Die neu dazugewonnenen Charaktere erledigen Aufgaben, wie etwa das Öffnen von Türen oder unterstützen einen beim Kampf gegen die Watcher. Der Verteidigung gegen außerirdische Gegner wird mit jedem Level etwas vielseitiger. Das jeweils dazugehörige Tutorial-Training auf dem Holodeck kann als Gedankenstütze außerhalb einer wichtigen Szene dienen. Die klaren Hinweise, wie Angriffe durchzuführen sind, geben auch jüngeren Spielern die Gelegenheit, sich die Tastenkombinationen zu merken. Die Freiwillige Selbstkontrolle hat das Spiel ab 12 freigegeben. Der Grund hierfür wird im Spiel schnell klar: Spielern wird über lange Zeit hinweg ein Phaser in die Hand gegeben. Die wiederholte Verwendung von Phasern, wenn auch zur Selbstverteidigung eingesetzt, wird nicht jedem Elternteil gefallen.

Kaum Bugs

Auch wenn das Spiel frisch auf dem Markt erschienen ist, sind während des Tests nur zwei Bugs aufgefallen: Der Controller des zweiten Spielers muss, wenn ein neuer Raum betreten wird, neu verbunden werden. Ein spielerischer Vorteil lässt sich hier nicht entdecken, weswegen davon auszugehen ist, dass der Bug beim nächsten Update behoben werden dürfte. Ebenso wird unterhalb der Spieler-1-Anzeige stellenweise die Anleitung angezeigt, wie man einen zweiten Spieler hinzufügt. Das ist auch der Fall, wenn man bereits zu zweit spielt. Für etwas Irritation kann der Unterschied zwischen Dialog- und Anzeige-Text sorgen: Die Untertitel unterscheiden sich vereinzelt vom gesprochenen Wort. Die abweichenden Sätze könnten meist auch vom jeweils sprechenden Charakter stammen.

Star Trek Prodigy: Supernova hat das Potenzial, nicht nur Fans der Serie, sondern auch Spiel-Genre-Anhänger zu begeistern. Das Spiel kann außerdem die Wartezeit auf die zweite Hälfte der ersten Staffel verkürzen. Die aktuellen Themen unserer Zeitgeschichte sind zwar im Spiel vorhanden, werden aber nicht wie in der zwölften Staffel Doctor Who mit erhobenem Zeigefinger dem Spieler aufgezwungen. Sollten die Entwickler nach Veröffentlichung noch an Supernova arbeiten, wäre eine Anpassung des Animationsstils des Intros an den Rest des Spiels wünschenswert. Die ersten Einnahmen des Spiels könnten genutzt werden, um die deutsche Synchronisation mit den Sprechern des Originals neu aufnehmen. Star Trek Prodigy Supernova ist für alle gängigen Konsolen und Plattformen verfügbar: Nutzer der Nintendo Switch kommen ebenso auf ihre Kosten wie PlayStation 5-Besitzer. Auch bei Steam wird das Spiel gelistet. Wer kein Interesse am Spiel, aber an der Geschichte hat, kann sich Anfang 2023 das passende Buch dazu kaufen.

Vorteile


Neutral


Nachteile


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Supernova
Preis: 7,20 €
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