Megaupload: Vor zehn Jahren wurde Kim Dotcom festgenommen

Witold Pryjda am 20.01.2022 16:00 Uhr
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Wie die Zeit vergeht: Vor genau zehn Jahren st├╝rmten von US-Kollegen unterst├╝tzte Beamte der neuseel├Ąndischen Polizei das Anwesen von Kim Dotcom, gleichzeitig wurden die Megaupload-Server beschlagnahmt. Heute muss man sich die Frage stellen: War es das wert?

Es waren Szenen wie aus einen Hollywood-Action-Film (zu sehen im Video oben mit dem Titel "The Raid"): Mit Helikoptern und Sturmgewehren st├╝rmte ein Sondereinsatzkommando das Anwesen des geb├╝rtigen Deutschen Kim Dotcom - ganz so, als w├Ąre der Gr├╝nder und Chef von Megaupload der Boss eines kolumbianischen Drogenkartells und nicht eines f├╝r Urheberrechtsverst├Â├če genutzten Online-Speicherdienstes. An der Tatsache, dass nicht nur der als Kim Schmitz geb├╝rtige Dotcom, sondern auch dessen Familie mitsamt drei kleinen Kindern im Haus waren, schienen sich Polizei und Beh├Ârden nicht zu st├Âren.

"Kriminelle Vereinigung" und Geldw├Ąsche

Die Vorw├╝rfe waren unter anderem: Bildung einer kriminellen Vereinigung, massenhafte Verletzung von Urheberrechten sowie Geldw├Ąsche. Wenig sp├Ąter wurden hunderte Server abgeschaltet und beschlagnahmt. Freilich war es kein Geheimnis, dass man Megaupload zwar auch v├Âllig legal nutzen konnte, die meisten Nutzer den Filehoster aber besuchten, um urheberrechtlich gesch├╝tzte Inhalte hoch- und herunterzuladen.

Ob der Plattformbetreiber f├╝r die Inhalte selbst verantwortlich ist oder ob das rechtlich in die Zust├Ąndigkeit der Nutzer bzw. Uploader f├Ąllt, ist bis heute umstritten. Im Fall von Megaupload muss allerdings auch angemerkt werden, dass der Dienst gro├čz├╝gige Bonusprogramme f├╝r Uploader hatte, die Sache ist also durchaus komplizierter.

Dennoch: Der Erfolg der Schlie├čung von Megaupload war minimal bis nicht vorhanden: Denn wie TorrentFreak schreibt, schossen die Zahlen damaliger Konkurrenten wie Depositfiles, Uploaded.to, Hotfile und Rapidshare sofort hoch. Die Nutzer waren zwar unbeeindruckt, einige Seitenbetreiber lie├čen sich von der Schwere der Vorw├╝rfe gegen Dotcom aber durchaus beeindrucken. Denn viele Portale stellten Zahlungen an Uploader daraufhin ein, andere verbannten Drittanwender-Downloads sogar komplett.

Eines war aber auch klar: Nahezu ├╝ber Nacht kannte fast jeder den Namen Kim Dotcom. Und der hat seine Prominenz sp├Ąter dazu genutzt, um u. a. einen Nachfolger namens Mega zu starten (und diesen sp├Ąter wieder zu verkaufen).

Rechtlich ist die Angelegenheit immer noch nicht zu Ende, denn Dotcom k├Ąmpft auch zehn Jahre sp├Ąter gegen seine Auslieferung in die USA. 2020 hat das neuseel├Ąndische H├Âchstgericht geurteilt, dass Dotcom ausgeliefert werden darf, fix ist das aber nach wie vor nicht, da die gerichtlichen ├ťberpr├╝fungen hierzu noch nicht abgeschlossen sind.

Megaupload-Support von Musikern
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