Android-Beamer: Es gibt eine Menge Schatten in der Heimkino-Welt

Christian Kahle am 17.11.2021 17:32 Uhr
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Bereits seit einigen Jahren dominiert ein Wort beim TV- und Beamer-Kauf: "Smart". Fast jede Flimmerkiste hat heutzutage ein eigenes Betriebssystem, was aus der einfachen Mattscheibe ein kleines Multimedia-Center macht. Im ersten Teil dieser Serie wurden die Vorteile von Android-TV-Projektoren besprochen. Wo viel Licht ist, gibt es aber auch immer Schatten, weswegen unser Kollege Timm Mohn im zweiten Teil der Serie die Nachteile smarter Beamer bespricht.

Während einige Hersteller ihre Geräte fleißig mit Updates versorgen, sehen es andere Anbieter mit der Pflege des Betriebsystems nicht so eng. Die Folge sind nicht ausgebesserte Bugs, aussterbende Funktionen und ein mit der Zeit veralteter Sicherheitsstand. Damit wird ein Projektor, der bspw. ehemals für seine Unterstützung von Amazon Prime gelobt wurde, zur Sicherheitsgefahr für die Zugangsdaten und das ganze heimische Netz des Users. Bei einigen Projektoren stellen vorinstallierte Dienste ohne weitere Updates irgendwann die Funktion ein, sodass Nutzer auf einmal einen gar nicht mehr so smarten Projektor besitzen.

Problem Software-Wartung

Die Software selbst kann folglich früher oder später zum Problem werden: auf vielen Geräten funktioniert von Werk aus kein Netflix, sodass auf Umwege zurückgegriffen werden muss. Dass diese Notlösungen dauerhaft funktionieren ist aber keineswegs garantiert: Der erst im Oktober vorgestellte Workaround für das Netflix Problem wurde vom Streaming-Gigant selbst bereits ausgehebelt und vom Software-Anbieter nur notdürftig geflickt. Lahmt Software oder gibt diese gänzlich den Geist auf, kann es erforderlich sein, dass man externe Geräte anschließt, um den vollen Funktionsumfang wieder herzustellen. Unser Kollege hat sich bspw. für den Xgimi Aura extra einen Apple TV 4K zugelegt. Dadurch verliert sich das Konzept des einfachen Setups leider schnell und auch das Kabel- und Fernbedienungs-Chaos tritt wieder in Erscheinung.

Durch die Bank weg alle Hersteller überschlagen sich beim Anpreisen von Unterhaltungsgeräten gerne mit Superlativen, was das Bild und den Ton betrifft. Gerade im Fall des Cosmos Max treffen diese Lobeshymnen zwar zu, allerdings steht der Projektor sich selbst im Weg: Der Lüfter ist leider deutlich lauter als die Xgimi-Konkurrenz, sodass man zwangsläufig auf ein externes Soundsystem zurückgreifen muss, um Filme wirklich in angemessener Kino Atmosphäre genießen zu können.

Nicht zuletzt kann man sehr viel Geld für smarte Beamer zahlen. Schaut man genauer in die Spezifikationen, opfert man teils sogar Bildqualität, wenn es um Android TV-Geräte geht. Auch Standard-Funktionen, wie etwa ein optischer Bildzoom, fallen bei Android TV-Projektoren oft weg. Der teils saftige Aufpreis wird folglich vor allem für den Komfort bezahlt. Die Zeit, in der man hier wirklich von Bequemlichkeit sprechen kann, ist aber teils stark begrenzt. Umso wichtiger ist die Recherche vor dem Kauf, um sich den Vor- und Nachteilen von einzelnen Projektoren bewusst zu sein. Oftmals schleichen sich Probleme allerdings erst nach mehreren Wochen oder Monaten der Nutzung ein. Genauso gut können sich Features allerdings auch verbessern, wie im ersten Teil dieser Artikelserie angemerkt. Langzeiterfahrungen, wie beispielsweise beim Xgimi Halo, können Nutzern helfen, sich ein besseres Bild vom Gerät zu machen.

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