Ausprobiert: Nintendos Switch √ľberzeugt mit vielen guten Ideen

Tobias Rduch am 26.01.2017 15:45 Uhr
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Vor knapp zwei Wochen hat der japanische Konsolenhersteller Nintendo die neue Konsole Switch in einer gut einst√ľndigen Pr√§sentation vorgestellt. Wir hatten nun die Gelegenheit, uns die Hardware sowie einige Spiele auf einem Hands-On-Event in Berlin einmal genauer anzusehen. Wie bereits zuvor bekannt wurde, kann die Nintendo Switch in drei verschiedenen Modi verwendet werden. Im Handheld-Modus sind die Joycon genannten Controller an der Seite mit der Konsole verbunden. Vergleichbar mit dem GamePad der Vorg√§ngerkonsole WiiU liegt das Ger√§t angenehm in der Hand. Allerdings ist die Switch auch wesentlich leichter und d√ľnner konstruiert als das GamePad der WiiU. Das Display der Konsole wirkt trotz einer Aufl√∂sung von lediglich 720p gestochen scharf und farbenfroh.

Nintendo setzt bei der Switch auf Controller, die verschiedene erfolgreiche Bedienkonzepte vorheriger Konsolen aufgreifen. Die Joycons sind recht klein und k√∂nnen daher gerade Personen mit gr√∂√üeren H√§nden erstmal Schwierigkeiten bereiten. Hat man sich jedoch an die Controller gew√∂hnt, so l√§sst sich hiermit kinderleicht spielen. Beide Joycons k√∂nnen mit einem mitgelieferten Verbindungsst√ľck zum sogenannten Joycon-Grip verbunden werden. Hier√ľber k√∂nnen die Controller allerdings nicht geladen werden: F√ľr ein Grip-Zwischenst√ľck mit USB C-Anschluss werden noch einmal 30 Euro mehr f√§llig.

Nintendo Switch
Kompakte Konsole ...


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... mit eingebautem Display ...


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... und abnehmbaren Controllern

Mit dem Pro-Controller lässt sich besser spielen

Im Gegensatz zum Joycon-Grip ist der Pro-Controller ein wenig handlicher. Jedoch sollte man sich zuvor genau √ľberlegen, ob einem der Controller einen Aufpreis von immerhin knapp 70 Euro wert ist: Neben einem Steuerkreuz bringt dieser n√§mlich keine weiteren Verbesserungen. Auch die Optik stellte sich als nicht makellos heraus. In einem beleuchteten Raum wirkt der Pro-Controller leicht transparent, sodass ein Blick auf die integrierte Platine m√∂glich wird. Dies wirkt nicht sehr hochwertig und k√∂nnte als st√∂rend wahrgenommen werden. Zumindest uns fiel es unangenehm auf.

Mit Hilfe einer Docking-Station kann das Bild der Switch auf einem TV-Bildschirm dargestellt werden. Hierbei handelt es sich eine U-f√∂rmige Halterung aus Plastik, in welche die Konsole von oben eingeschoben wird. Der Mechanismus funktioniert hierbei einwandfrei: Auch wenn der Anschluss beim ersten Anlauf nicht ganz genau mittig getroffen wird, sorgen zwei Einbuchtungen an der Unterseite daf√ľr, dass das Ger√§t sich trotzdem ohne Probleme mit dem USB Typ-C-Stecker verbindet.

Es reicht, die Switch an den Seiten anzuheben, um diese wieder aus der Docking-Station zu entfernen. In sehr kurzer Zeit landet das Bild dann wieder auf dem eingebauten Bildschirm. An der linken Seite des Docks befinden sich zudem zwei USB-Anschl√ľsse, dessen Einsatzzweck allerdings noch unklar bleibt. Eine Tastatur und Maus sollen vorerst wohl noch nicht unterst√ľtzt werden - auch eine Verwendung von USB-Sticks an dem Dock kann angezweifelt werden.

Nintendo Switch
Der Pro-Controller, ...


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... die Docking-Station ...


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... und ein USB C-Anschluss

Noch gibt es Rätsel rund um die Konsole

Die R√ľckseite der Switch m√∂chte Nintendo offenbar noch geheimhalten: Auf dem gesamten Event war es nicht m√∂glich, das Ger√§t an dieser Stelle genauer zu untersuchen. Auch einen Blick in die Benutzeroberfl√§che der Konsole verwehrt Nintendo uns bislang auch weiterhin. Vergangene Woche wurde allerdings versehentlich ein Screenshot ver√∂ffentlicht, der das Start-Men√ľ der Switch zeigt. Vermutlich arbeiten die Softwareentwickler des japanischen Unternehmens momentan noch an optischen Versch√∂nerungen der Oberfl√§che und werden erst kurz vor dem Release der Konsole Informationen hierzu enth√ľllen.

Grafik von Zelda: Breath of the Wild trifft Erwartungen

Neben der Hardware konnten wir auch das Spieleangebot der Switch unter die Lupe nehmen. Als erstes sticht hier nat√ľrlich The Legend of Zelda: Breath of the Wild ins Auge. Eine 20-min√ľtige Demo war bereits genug, um Elemente der Story zu vermitteln: Der Protogonist Link hat aus noch unbekannten Gr√ľnden die letzten 100 Jahre geschlafen, w√§hrend das Land Hyrule zunehmend in Vergessenheit geriet. Die Grafik kann √ľberzeugen: Allerdings sind an manchen Stellen Einbr√ľche in der Framerate sp√ľrbar wahrzunehmen. An die Steuerung konnte man sich schnell gew√∂hnen. Gerade die Integration von diversen Survival-Elementen wie der Sprintausdauer-Anzeige gefiel uns hervorragend.

Nintendo Switch


Nintendo Switch


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Mehrspieler-Spaß mit Mario Kart 8 Deluxe

Auch das beliebte Rennspiel Mario Kart 8 kommt in der Deluxe-Edition auf die Switch. Spa√ü macht hier nat√ľrlich der Mehrspieler-Modus, indem bis zu acht Konsolen an einem lokalen Spiel teilnehmen k√∂nnen. Nach Release des Spiels wird es m√∂glich sein, gegen andere Fahrer weltweit √ľber das Internet anzutreten. Dem Nutzer werden auch bei Mario Kart die verschiedenen Spielmodi der Switch angeboten. Im Handheld-Modus f√§hrt es sich √§hnlich einfach, wie es bereits beim WiiU-GamePad der Fall war. Hier macht sich das geringe Gewicht und der kompakte Formfaktor der Konsole positiv bemerkbar. Der Touchscreen kann im Spiel allerdings nicht verwendet werden. Im Gegensatz zu der WiiU-Version von Mario Kart 8 unterst√ľtzt die Switch-Variante einen um einige Arenen erweiterten Battle-Modus sowie zwei Items - was √§u√üerst praktisch ist, um den Gegner zus√§tzlich mit einer Banane auf Reserve zu √ľberraschen.

Sobald Mario Kart 8 Deluxe im Tabletop-Mode gespielt wird, wirkt der Bildschirm der Konsole allerdings doch ziemlich klein. Gerade mit mehreren Spielern k√∂nnte das ein Problem darstellen - eine sinnvolle Zwischenl√∂sung f√ľr den lokalen Multiplayer unterwegs ist es dennoch. Wie bereits von der Nintendo Wii bekannt, gibt es auch hier ein Lenkrad zur Steuerung des Rennspiels.

Nintendo Switch


Nintendo Switch


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1, 2, ..ganz viele!

Mit der Spiele-Sammlung "1, 2, Switch" bringt Nintendo auch gleich zum Launch der Konsole Software auf den Markt, welche die M√∂glichkeiten der Joycon-Controller in hohem Ma√ü aussch√∂pft. Diese stellten bei einem Minispiel jeweils einen Revolver dar, mit welchem der Gegner nach dem Startsignal m√∂glichst schnell erschossen werden muss. Das klappt sogar erstaunlich gut: In einem anschlie√üenden Replay-Video wird genau angezeigt, welche Person wie lange hierf√ľr gebraucht hat. Bei einem weiteren Spiel mussten wir raten, wie viele Kugeln sich wohl in einer Kiste befinden. Der Joycon kann dem Nutzer hierbei das Gef√ľhl vermitteln, dass sich die rollenden B√§lle im Inneren des Controllers befinden w√ľrden. Dies sollte man jedoch unbedingt selbst einmal ausprobieren, um sich ein Bild von diesem Feature verschaffen zu k√∂nnen.

In dem Boxspiel Arms k√∂nnen die Joycons durch einfache Bewegungsmuster verschieden eingesetzt werden. H√§lt man diese beispielsweise quer vor sich, so blockt man einen Angriff des Gegners ab. Splatoon 2 nutzt die Bewegungssteuerung der Switch aus: Je nachdem, wie die Konsole geneigt wird, kann auch die Kamera ver√§ndert werden. Dies funktioniert auch mit dem Pro-Controller, welcher eingebaute Sensoren f√ľr solche Szenarien besitzt. Im Handheld-Modus gestaltet sich das farbige Durcheinander von der Steuerung ein wenig schwieriger.

Nintendo Switch: Zubehör

Fazit: Durchdachtes Zubehör, wenige Spiele

W√§hrend die Verwendung des Zubeh√∂rs der Konsole einen gro√üen Pluspunkt verleiht, sieht es bei den Spielen doch eher mager aus. Dies war einer der Gr√ľnde daf√ľr, wieso die Vorg√§ngerkonsole Wii U gescheitert ist. Zudem m√ľssen die versteckten Kosten beachtet werden: Zwar ist die Konsole momentan zu einem Preis von 330 Euro erh√§ltlich, allerdings wird hier noch kein einziges Spiel mitgeliefert. M√∂chte man mit mehreren Spielern spielen, so werden noch einmal 80 Euro f√ľr zwei Joycons oder 70 Euro f√ľr einen Pro-Controller f√§llig. Das umgesetzte Bedienkonzept spricht aber auf jeden Fall f√ľr die Konsole und hebt die Switch von den Konsolen aus dem Hause Microsoft und Sony ab.
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