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29.10.2014  12:30 Uhr 8

Motorola Moto 360 im Unboxing - Unser erster Eindruck

Motorola hat mit der Moto 360 bereits im September seine erste auf Android Wear basierende Smartwatch in den amerikanischen Handel gebracht, während der Start in Deutschland trotz seines für Mitte Oktober angepeilten Beginns noch etwas auf sich warten lässt. Vereinzelt ist die erste runde Smartwatch jedoch schon im Handel erhältlich, weshalb wir uns ein Testgerät zugelegt haben.

Die Motorola-Uhr fällt vor allem durch ihr fast vollkommen rundes Display mit 1,5 zoll Diagonale und einer Auflösung von 320x290 Pixeln auf, dessen kreisrunde Form nur durch den am unteren Rand erkennbaren Bereich mit dem Helligkeitssensor und der Display-Steuertechnik beeinträchtigt wird. Das Panel ist leider nicht sonderlich hochauflösend, lässt sich aber dennoch gut ablesen und auch im Freien können alle dargestellten Inhalte gut eingesehen werden. Der sehr dünne Rand lässt das Gerät sehr edel wirken, was durch die leicht angeschrägten Kanten des Displays noch verstärkt wird.

Mit ihrem in unserem Fall schwarzen Edelstahlgehäuse macht die Uhr einen hochwertigen Eindruck, wobei abzuwarten bleibt, wie anfällig die Oberfläche für Kratzer ist. Auf dem Boden sitzt seine weitere Glasabdeckung, hinter der sich der integrierte Herzfrequenzmesser verbirgt. Mit ihm lassen sich recht zuverlässig die Werte zum Herzschlag erfassen, es gibt allerdings die Einschränkung, dass der Sensor nicht bei stärkeren Bewegungen funktioniert, man also zum Beispiel nicht beim Joggen den Herzschlag messen lassen kann - bleibt man allerdings kurz stehen, geht dies natürlich problemlos.

Technisch ist die Moto 360 nicht mehr unbedingt auf dem neuesten Stand, denn es wird mit dem OMAP3630 ein älterer ARM Cortex-A8 SoC von Texas Instruments verwendet, der auch schon in legendären Geräten wie dem Nokia N9 als Smartphone-Triebwerk verwendet wurde. Der Chip arbeitet mit 1,2 Gigahertz und bietet somit im Grunde ausreichend Leistung. Während der Einrichtung und kurz nach dem Start ruckelte die Oberfläche noch recht stark, doch im Alltagsbetrieb tritt dieses Problem nicht mehr auf - es sei denn es wird eine große Anzahl von Karten auf der Oberfläche von Android Wear angezeigt.

Motorola Moto 360
Motorola Moto 360 in schwarz

Die Oberfläche selbst wird auf der Moto 360 etwas kleiner dargestellt, um die Inhalte der Karten unterzubringen. In einigen Fällen werden die Ränder der Karten dazu abgeschnitten, was mir bisher noch nicht störend auffiel. Aktuell gibt es allerdings einen mit der neuesten Firmware-Version eingeführten Fehler, der für eine größere Darstellung sorgt, was wiederum ein stärkeres Abschneiden der Ränder zur Folge hat. Die Funktionsweise von Android Wear bleibt dabei unverändert, man wischt also aus unterschiedlichen Richtungen über das Display, um mit den Karten umzugehen, kann aber auch per Sprachbefehl mit einem vorangesetzten "OK Google" mit der Uhr interagieren.

Motorola Moto 360

Nutzt man sie hauptsächlich für die Benachrichtigung über auf dem angeschlossenen Smartphone eingehende Nachrichten, Updates oder auch Anrufe, hält der Akku bis zu zwei Tage durch. Wird die Uhr aktiver verwendet, also zum Beispiel auch für die Navigation mit dem Smartphone, für Suchanfragen oder für andere Aufgaben, bei denen das Display länger eingeschaltet wird, ist aufgrund der geringen Größe des Akkus von nur 240mAh schon nach einem Tag Schluss. Geladen wird praktischerweise mittels Wireless-Charging nach dem Qi-Standard, so dass man nicht mit einem MicroUSB-Kabel hantieren muss. Wer eine Charging-Plate oder ein Akkupack mit Qi-Support besitzt, kann auch diese alternativen Geräte zum Laden der Uhr verwenden, ansonsten kommt das mitgelieferte Charging-Dock zum Einsatz.

Die Motorola Moto 360 macht insgesamt einen guten Eindruck, es ist ihr jedoch die Natur des "First-Gen"-Produkts anzumerken, weil es noch kleinere Schwächen gibt. Sie ist hochwertig verarbeitet, dank IP67-Zertifizierung auch weitestgehend wasserdicht und wirkt bei Menschen mit kräftigeren Oberarmen keineswegs klobig. Wer normal gebaut ist, muss sich darauf einstellen, dass er ein 11,5 Millimeter dickes Gerät am Arm tragen wird, sollte man sich die Uhr zum Preis von stolzen 249 Euro zulegen wollen.
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