Porsche: 22.000 Fahrzeuge mit Abgas-Manipulationen zurückgerufen

Tobias Rduch, 27.07.2017 23:57 Uhr 62 Kommentare
Nachdem bei einem Modell des Porsche Cayenne unzulässige Manipulationen an der für die Reinigung von Abgasen zuständigen Software entdeckt wurden, musste der Autohersteller jetzt europaweit etwa 22.000 Fahrzeuge zurückrufen. Zudem wurde ein Zulassungsverbot für die betroffenen Modelle verhängt. Um bei der Abgasprüfung bessere Werte erreichen zu können, kommt laut BBC in Modellen des Porsche Cayenne eine Software zum Einsatz, welche erkennt, ob der Wagen gerade einer Prüfung unterzogen wird. Ist dies der Fall, wird eine sogenannte Aufwärmstrategie verwendet, welche für gereinigte Abgase sorgt. In der Praxis wird diese Funktion allerdings niemals aktiviert, sodass die im Test ermittelten Werte nicht der Realität entsprechen.

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Motoren von Audi geliefert

Für alle betroffenen Modelle wurde ein europaweiter Pflicht-Rückruf angeordnet. Darüber hinaus dürfen diese erst wieder zugelassen werden, sobald eine geprüfte und vom Kraftfahrtbundesamt genehmigte Software zur Verfügung steht. Unklar bleibt jedoch, wer für die Manipulationen verantwortlich ist. Da Porsche selbst keine Dieselmotoren anfertigt, mussten diese von Audi gekauft werden. Das Problem soll von Porsche selbst bei internen Untersuchungen entdeckt worden sein.

Im September 2015 hatte der Mutterkonzern VW bereits gestanden, auf der ganzen Welt etwa elf Millionen Fahrzeuge mit einer illegalen Software ausgestattet zu haben. Im Nachhinein wurden entsprechende Unregelmäßigkeiten auch bei weiteren Autoherstellern entdeckt, die zu hohen Strafzahlungen geführt haben.
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