Toyota kündigt E-Auto mit Feststoff-Batterie und hoher Reichweite an

Markus Kasanmascheff, 25.07.2017 12:50 Uhr 110 Kommentare
Der japanische Automobilhersteller Toyota arbeitet an einem stark ver­bes­ser­ten Elektro-Auto mit hoher Reichweite und Schnellladefunktion. Bereits in fünf Jahren soll das Elektromobil in den Handel kommen. Für die En­er­gie­ver­sor­gung will Toyota auf neuartige Feststoff-Batterien anstatt der bislang ver­bau­ten Lithium-Ionen-Akkus setzen. Wie die japanische Zeitung Chunichi Shimbun Daily berichtet, arbeitet Toyota für das neue Mo­dell an einer komplett neuen Plattform. Die darin verbauten Feststoff-Batterien sollen ei­nen auf wenige Minuten verkürzten Ladevorgang sowie eine deutlich gesteigerte Reichweite ermöglichen. Bereits im Jahr 2022 soll das Toyota-Elektroauto auf den Markt kommen. Eine Sprecherin des Unternehmens kündigte zudem an, dass Toyota auch die neuartige Bat­te­rie­tech­nik ab den 2020er Jahren vertreiben will.

Toyota greift an

Aktuelle E-Autos benötigen zum Vergleich mindestens 20-30 Minuten im Schnell-Lademodus und kommen mit einer Ladung selten weiter als 300-400 Kilometer. Toyota ist als größter Automobilhersteller bei der Hybrid-Technik bereits führend. Was die reine Elektromobilität betrifft, hinken die Japaner aber bislang Konkurrenten wie Nissan und Tesla hinterher.

Faraday FF 91: Elektroauto mit 1050 PS & 700 km Reichweite
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Mit der Feststoff-Batterietechnik könnte Toyota bei Elektroautos die Führung übernehmen, sofern Preis und Reichweite der Autos stimmen. Der Auto-Analyst Christopher Richter weist in Bezug auf die Ankündigung aber darauf hin, dass fünf Jahre eine sehr lange Zeit seien. Dass die Konkurrenz nicht schläft, zeigen leistungsfähige Elektroauto-Prototypen, wie etwa der im Januar vorgestellte Faraday FF 91 eines chinesischen Startups. Dieser verspricht eine Reichweite von über 700 Kilometern und eine Beschleunigung von 0-100 in nur 2,39 Sekunden.

Batterietechnik für den Erfolg entscheidend

Entscheidend für einen Erfolg bei den Elektro-Autos wird sicherlich die richtige Strategie für die Batterietechnik sein. Die Feststoff-Batterietechnik könnte hierbei die richtige Wahl sein. Damit gebaute Akkus sollen etwa die dreifache Energiedichte aufnehmen können und mehr als 1.200 Ladezyklen ohne nennenswerte Leistungsverluste schaffen. Lithium-Ionen-Akkus schaffen im Vergleich dazu nur wenige hunderte Zyklen und sind zudem auch noch sehr käl­teanfällig. Durch eine Verdreifachung der Reichweite und Ladezeiten von wenigen Minuten könnte das geplante Toyota-Auto mit aktuellen Benzinern mithalten. Wenn dann noch die nötige Ladesäulen-Infrastruktur bereit steht, könnte dies den Elektroautos innerhalb kür­zes­ter Zeit zum Siegeszug verhelfen.
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