EU-Kommission überprüft jetzt die LinkedIn-Übernahme durch Microsoft

Nadine Dressler, 15.10.2016 19:40 Uhr 5 Kommentare
Mitte des Jahres hatte Software-Riese Microsoft bekannt gegeben, dass man sich mit LinkedIn einig geworden ist und das Karrierenetzwerk komplett übernehmen will. Nun steht noch die Prüfung der EU-Kommission für die Übernahme an. Ein Konkurrent hat bereits Bedenken angemeldet. Die ersten Kartellwächter in den USA, Kanada und Brasilien haben für den milliardenschweren Aufkauf bereits grünes Licht gegeben. Wie nun die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die Europäische Kommission nun ihre Arbeit aufgenommen und wird in einem monatelangen Prüfverfahren alle Einwände gegen den Aufkauf kartellrechtlich prüfen. Bis zum 22. November wird die EU nun den Fall genau überprüfen und etwaige Konsequenzen abschätzen. Bis zu dieser Frist werden auch Einwände von Konkurrenten auf Substanz überprüft.

Chefs von Microsoft und LinkedIn nehmen zum Milliarden-Deal Stellung
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Steine im Weg

Soweit bisher bekannt ist, hat nur ein Mitstreiter in der Software-Branche offiziell Bedenken für die Übernahme angemeldet, und das war Salesforce. Die US-Firma kritisiert die Übernahme und gibt an, dass der Deal Innovation und Wettbewerb gefährdet, so Reuters. Wirklich kriegsentscheidend dürfte der Einwand von Salesforce aber nicht sein. Es könnte aber ausschlaggebend sein, ob man dem Technologiekonzern Microsoft die Übernahme ohne weitere Einschnitte komplett erlaubt.

Andere Unternehmen könnten der Übernahme noch weitere Steine in den Weg legen. Soweit es bekannt wurde, hatten Salesforce, Google und Facebook neben Microsoft in einem Bieterkampf um LinkedIn gefeilscht. Für die EU-Kommission könnte das jetzt heißen, dass man den Kauf nur unter Auflagen genehmigen wird.

Microsoft hat im Juni bekannt gegeben, für das Karrierenetzwerk 26,2 Milliarden US-Dollar und damit 196 US-Dollar pro Aktie bezahlen zu wollen. Damit war Microsoft bereit, rund 50 Prozent Aufschlag zum damaligen Aktienkurs von LinkedIn zu zahlen. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Microsoft kauft LinkedIn - für unglaubliche 26,2 Milliarden Dollar
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