Deutsche E-Auto-Kaufprämie ein Flop? Ein Monat, kaum Anträge

John Woll, 04.08.2016 20:30 Uhr 176 Kommentare
Ein Monat nach dem Start der E-Auto-Prämie in Deutschland kann der erhoffte Impuls bei Autokäufern nur als sehr schwach bezeichnet werden. Beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) sind in dem Zeitraum kaum Anträge eingegangen.

Abwracken mit E geht nicht so gut

Eigentlich hatte sich die Regierung einen starken Kaufimpuls für E-Autos und Hybridfahrzeuge erhofft. Einen Monat nach dem Inkrafttreten der "Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen", auch Umweltbonus genannt, scheint das formulierte Ziel, die schnelle Verbreitung elektrisch betriebener Fahrzeuge im Markt zu fördern, aber zunächst nicht erreicht.

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Wie das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) am Donnerstag mitteilt, sind in den vergangenen Wochen gerade einmal 1791 Prämien-Anträge eingegangen. Zum Vergleich: Die Einführung der Abwrackprämie für Altautos im Jahr 2009 hatte bewirkt, dass bei der Bafa innerhalb weniger Tage 150.000 Anträge für die Auszahlung der Prämie eingegangen waren. Es muss aber erwähnt werden: Das aktuell stark eingeschränkte Angebot an für die Prämie zulässigen E-Fahrzeugen schränkt die Vergleichbarkeit der Prämienmodelle natürlich deutlich ein.

Der Prämientopf ist voll

Im Fall der E-Auto-Prämie wurden bisher 1194 Förderanträge gestellt, durch die Käufer eines Elektrofahrzeugs mit Akku 4000 Euro zurückerhalten. Für sogenannte Hybridmodelle, die neben einem Elektro- auch noch einen Verbrennungsmotor an Bord haben, zählt die Behörde 597 Anträge auf die Auszahlung der 3000 Euro-Prämie. Bayern verzeichnet mit 456 Anträgen die meisten E-Autokunden, die meisten geförderten Modelle wurden vom Hersteller BMW gezählt. Die ersten Fördergelder werden in den nächsten Tagen an die ersten Antragssteller ausbezahlt.

Offiziell rechnet der Bund damit, dass bis zum Ende der Förderdauer im Jahr 2019 dank der Prämie 300.000 Autos mit voll- oder teilelektrischem Antrieb verkauft werden können - eine Zielsetzung die nach dem aktuellen Trend wohl kaum zu halten sein wird. Man darf auf jeden Fall sehr gespannt sein, ob die aktuell zur Verfügung gestellte Summe von 1, 2 Milliarden Euro für die E-Auto-Prämien in der Laufzeit der Richtlinie tatsächlich aufgebraucht werden wird.
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