Japanischer Konzern SoftBank kauft den britischen Chipdesigner ARM

Witold Pryjda am 18.07.2016 08:42 Uhr
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Der japanische Telekommunikationskonzern SoftBank soll die vom finanziellen Volumen her größte europäische (IT-)Übernahme planen bzw. soll diese schon beschlossene Sache sein und demnächst bestätigt werden: Demnach kauft man den britischen Chipdesigner ARM, der kolportierte Preis beträgt 23,4 Milliarden Pfund, das sind umgerechnet rund 28 Milliarden Euro.

Die Übernahme des Unternehmens, das seinen Hauptsitz in Cambridge, England, hat, steht nach Angaben der Financial Times unmittelbar bevor und soll in den nächsten Stunden offiziell bekannt gegeben werden. Wie erwähnt wird das der größte Deal sein, den die europäische IT-Branche je erlebt hat. SoftBank bezahlt 17 Pfund pro Anteil, so die Wirtschaftszeitung.

Brexit-"Rabatt"

Der Zeitpunkt ist wohl kein Zufall: Denn der japanische Kommunikationsriese SoftBank greift zu, kurz nachdem der Brexit den britischen Pfund ins Straucheln gebracht hat. ARM wurde dadurch zuletzt zwar zu einem noch attraktiveren Übernahmeziel, es handelt sich aber um keinen Ausverkauf. Denn der Börsenkurs von ARM hat aufgrund der weltweiten Bedeutung des Unternehmens für das Chip- und Smartphone-Geschäft nicht so unter den Brexit-Plänen gelitten wie manch anderes britische Unternehmen.

ARM ist in Sachen Umsatz zwar eine verhältnismäßig kleine Firma, jedenfalls im Vergleich zu Riesen wie Intel. Man hält aber viele Patente und hat überdies zahlreiche Lizenzdeals mit Größen wie Apple oder Samsung geschlossen, sodass ARM an jeden von diesen hergestellten Chips mitverdient. Im vergangenen Jahr wurden etwa 15 Milliarden von ARM designte Chips ausgeliefert, das ist im Vergleich zum Jahr davor ein Anstieg um drei Milliarden. Etwa die Hälfte der Chips kam in Smartphones zum Einsatz.

SoftBank befindet sich seit Jahren auf weltweiter Einkaufstour und hat unter anderem den US-Provider Sprint gekauft, eine signifikante Beteiligung hat man auch an der chinesischen Alibaba Group.
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