LG G5 droht zu floppen: LG zieht bei Smartphones die Notbremse

Roland Quandt am 01.07.2016 17:16 Uhr
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Der koreanische Elektronikriese baut seine Sparte für Mobile Devices in den kommenden Monaten grundlegend um. Der Grund: mangelnder Erfolg. Das Unternehmen hat laut einem Medienbericht aus Korea eine Reihe hochrangiger Manager entlassen, um sich im Smartphone-Markt neu aufzustellen.

Laut einer Meldung der Korea Times zieht LG jetzt die Notbremse, weil das jüngste Flaggschiff-Modell des Unternehmens, das mit modularen Erweiterungen vermarktete LG G5, nicht den gewünschten Verkaufserfolg gebracht hat. Die Neuordnung der Mobilgerätesparte von LG soll nach dem Willen der Firmenleitung für frischen Wind sorgen, um dadurch künftig wieder mehr Geräte verkaufen zu können.

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LG hat nun nach eigenen Angaben ein sogenanntes Program Management Office (PMO) geschaffen, das direkt an Cho Juno, Chef von LG Mobile, berichtet. Das PMO übernimmt nun die Arbeit an neuen Strategien für die Produktentwicklung, Herstellung, Vermarktung und Verkauf der mobilen Geräte. Leiter der neuen Einheit innerhalb von LG Mobile wird Oh Hyung-hoon, der zuvor eines der Forschungslabore des Unternehmens führte.

Künftig soll die für den Vertrieb von Geräten im Ausland zuständige Abteilung von LG Mobile eine größere Rolle übernehmen. Der Eingriff erfolgt nach Angaben von LG, um dafür zu sorgen, dass die Smartphone-Sparte auch künftig betrieben werden kann, während sich die Situation im Markt immer schwieriger gestaltet.

Erst vor kurzem hatte LG einige hundert Mitarbeiter aus seiner Abteilung für mobile Endgeräte in die Sparte für Automobil-Bauteile versetzt, um sich breiter aufzustellen. Aus anderen Quellen war aber zu vernehmen, dass man die Mitarbeiter deshalb neuen Aufgaben zuordnete, um so die Kosten in der Abteilung für mobile Geräte zu senken, nachdem diese schon zum dritten Mal in Folge Quartalsverluste vermelden musste.

Tatsächlich ist der Markt für Smartphones weiterhin hart umkämpft, da immer mehr chinesische Anbieter mit immer besseren Geräten zu immer günstigeren Preisen zunehmend zu ernsthaften Konkurrenten der großen, etablierten Hersteller werden. LG hat nach Meinung von Beobachtern schlichtweg nicht die finanziellen Möglichkeiten, um mit aufwändigen Werbekampagnen auf seine Produkte aufmerksam zu machen. Aktuell hat das Unternehmen mit rund vier Prozent nur noch einen recht kleinen Anteil am weltweiten Smartphone-Markt.
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