Opera zweifelt an Microsofts Browser-Akkutest & kontert ungeschickt

Roland Quandt am 22.06.2016 23:25 Uhr
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Microsoft sorgte vor einigen Tagen mit der Behauptung für Aufsehen, dass sein neuer Browser Edge so effizient arbeitet, dass auf Notebooks damit eine längere Akkulaufzeit möglich ist als in Verbindung mit anderen Browsern wie Firefox, Chrome und Opera. Jetzt meldet sich Opera zu Wort und zweifelt lautstark an Microsofts Messwerten.

Wie das Unternehmen in seinem Weblog verlauten ließ, zweifelt man die von Microsoft vermeldeten, für den Edge-Browser äußerst vorteilhaften, Testergebnisse ausdrücklich an. So ist man bei Opera der Meinung, dass Microsoft nicht transparent genug über seine Methodik bei der Durchführung der Laufzeittests informiert hat.

Microsofts Browser-Akkutest: Vier Browser auf vier Surface Books
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Ganz korrekt ist dies jedoch nicht, denn Microsoft ließ durchaus durchblicken, wie man vorgegangen war. So wurden vier Surface Books mit jeweils einem der vier Browser in der neusten stabilen Version ausgerüstet, wobei Edge, Chrome, Firefox und Opera allesamt mit unveränderter Konfiguration verwendet wurden. Zu Demonstrationszwecken wurde dann Netflix geöffnet und man ließ ein Video so lange "im Kreis" laufen, bis der Akku leer war. Außerdem wurden alle speziellen Stromspartechnologien oder Werbeblocker abgeschaltet, wie es in der Standard-Einstellung ist.

Im Grunde ein simpler Ansatz, doch bei Opera will man sich mit den sowohl über Microsofts Blog, als auch über Twitter gelieferten Details zu dem Test, nicht zufrieden geben. Zwar schnitt Opera unter den Konkurrenz-Browsern mit 6:18 Stunden gegenüber 7:22 Stunden mit Edge noch am Besten ab, doch die Norweger sehen sich dennoch unberechtigterweise von dem großen Softwarekonzern benachteilt.

Microsoft Akkutest: Edge vs. Chrome & Co.
Operas Akkutest-Ergebnisse: Opera mit aktivem Stromsparmodus vor Edge und Chrome

Als Gegenargument führt man eigene Tests ins Feld, deren Herangehensweise in dem Blog-Eintrag ausführlich dokumentiert wird. Allerdings setzt Opera ausdrücklich den hauseigenen Stromsparmodus und den nativen Ad-Blocker der jüngsten Vorabversionen seines Browsers aktiv. Beim Test mit diversen Websites, die per Script aufgerufen und durchscrollt wurden, um einen möglichst nah am alltäglichen Web-Surfen liegendes Szenario zu schaffen.

Das Testergebnis, unter Verwendung von drei baugleichen Lenovo-Notebooks aus dem letzten Jahr, fällt wenig überraschend deutlich zugunsten von Opera aus, wobei natürlich die Aktivierung des Stromsparmodus des Browsers der Hauptgrund sein dürfte. Während das Gerät mit Chrome bereits nach 2:54 Stunden ausstieg, hielt das Modell mit Edge mit 3:12 Stunden nur unerheblich länger durch. Opera mit aktiviertem Sparmodus kam auf 3:55 Stunden und sicherte sich somit den Spitzenplatz.

Auch an Operas Vergleich wird nun im Blog des Unternehmens einige Kritik laut: so ließen die Norweger nicht etwa eine aktuelle Entwicklerversion der Konkurrenten antreten, sondern die letzten als "stable" zu bezeichnenden Versionen. Nur der eigene Opera-Browser lief inklusive aktiviertem Werbeblocker und Stromsparmodus in der neuesten Entwicklerversion.

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