Megaupload: Ex-Hoster warnt, dass Festplatten unlesbar werden

Witold Pryjda am 19.05.2016 17:05 Uhr
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Die Schließung von Megaupload durch die US-amerikanische Bundespolizei FBI liegt mittlerweile gute vier Jahre her. Die damals sichergestellten Festplatten werden aber nach wie vor benötigt, da sie Grundlage für diverse zivil- und strafrechtliche Verfahren sind. Cogent, einer der ehemaligen Hoster von Megaupload, warnt nun aber, dass die Platten langsam, aber sicher unlesbar werden.

Die Aktion gegen Megaupload wurde Anfang 2012 durchgeführt, die diversen Verfahren gegen die ehemaligen Betreiber, allen voran Kim Dotcom, sind aber noch lange nicht abgeschlossen. Einer der Hoster von damals, Cogent, hat nun aber laut TorrentFreak Gerichte und sonstige Beteiligte gewarnt, dass man Hilfe benötigt, die Beweisstücke "am Leben" zu halten.

Staub angesetzt

Bei den Daten bzw. Servern handelt es sich zwar nicht mehr um die Originale, sondern um Backups, diese sind auch nicht "live", sondern werden gelagert. Dort setzen sie sprichwörtlichen (und vermutlich auch echten) Staub an und je länger die Verfahren, deren Ende noch lange nicht abzusehen ist, dauern, desto schlechter wird der Zustand der Festplatten.

Cogent hat vor kurzem Megaupload und die Rechtebesitzer informiert, dass mittlerweile die Hälfte der Platten nicht mehr lesbar sei. Das bedeutet allerdings nicht, dass die gespeicherten Daten endgültig weg sind, sondern lediglich, dass die Leseköpfe eingefroren seien, so der Hoster. Cogent hat gegenüber Megaupload mitgeteilt, dass man diese mit Hilfe externer Forensiker wiederherstellen könnte, warnte aber auch alle Beteiligten (PDF), dass man nicht länger garantieren könne, dass die Daten noch vorhanden und unbeschädigt sind.

Die Rechtsvertreter von Megaupload teilten indes mit, dass man nicht für den Datenverlust verantwortlich gemacht werden möchte und für die Rettungsmaßnahmen auch nicht aufkommen will. Man ist der Ansicht, dass die Sicherung der Daten Sache der Anklage und somit Regierung für ist.
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