Samsung: 'Brauchen radikale Veränderung, sonst überleben wir nicht'

Witold Pryjda am 04.11.2015 12:12 Uhr
64 Kommentare
Es ist noch nicht lange her, da schien Samsung unaufhaltsam, vor allem das Geschäft mit mobiler Elektronik bescherte dem Konzern riesige Erfolge. Doch seit einer Weile ist dieser "Lauf" zu Ende, Smartphones und Tablets erwiesen sich als Sorgenkinder, das TV-Geschäft ist das schon länger. Ein hochrangiger Samsung-Manager hat nun zu "radikalen Veränderungen" aufgerufen.

Kwon Oh-hyun, Vize-Vorstand bei Samsung Electronics, hat einen dramatischen Wandel innerhalb des Konzerns angeregt bzw. diesen als unausweichlich bezeichnet. Denn laut dem Samsung-Manager sind die bisherigen oder früheren Zugpferde ein Thema der Vergangenheit: "Smartphones, Fernsehgeräte und andere Schlüssel-Produkte treten immer mehr in eine Phase des langsamen Wachstums und unsere Rivalen ändern ihre Wertschöpfungsketten, indem sie neue Technologie- und Geschäftsmodelle einführen", so Kwon.

Das "langsame Wachstum" ist dabei wohl eine freundliche Formulierung für krisengeschüttelt. Insbesondere die TV-Sparte tut sich schwer (das betrifft aber die gesamte Industrie), doch auch dem Mobilgeschäft ging es schon einmal besser.

Überlebenswichtig

Kwon Oh-hyun sprach bei den Feierlichkeiten zum 46. Jubiläum des Unternehmens das Wort Krise auch ganz offen aus, denn man könne diese nur meistern, wenn man "eine außergewöhnliche Transformation" in die Wege leiten kann, berichtet die Korea Times. "Wenn wir Veränderungen scheuen, dann werden wir nicht überleben."

Diese Veränderungen sollen alle Bereiche des Konzerns betreffen, "von Produktentwicklung bis hin zu operativer und organisatorischer Kultur", so Kwon Oh-hyun. Wie diese Veränderungen im Detail aussehen werden, sagte er nicht, für den Dezember werden aber weitreichende Einschnitte im mittleren und höheren Management erwartet.

Zuletzt hat der Mischkonzern seine Chemie-Sparte verkauft, auch andere Bereiche wurden verkleinert (etwa der Schiffbau), was sich in erster Linie in Personalabbau äußert.
64 Kommentare lesen & antworten
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Folge WinFuture auf Google News
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2022 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies