Endgültiges Aus: Filehoster Rapidshare zieht Ende März den Stecker

Witold Pryjda am 10.02.2015 15:30 Uhr
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"Rapidshare? Die gibt es noch?" wird an dieser Stelle wohl so mancher Leser fragen. Offiziell musste man das bisher bejahen, faktisch ist der Filehoster jedoch seit Jahren ein Schatten seiner selbst. Bereits vor einem Jahr titelten wir, dass der Dienst "praktisch tot" sei und nur noch Rumpfbetrieb aufrechterhalte. Nun wird der einstige Schreck der Content-Industrie endgültig begraben.

Rapidshare war zweifellos über Jahre der bekannteste One-Click-Hoster und konnte lange Zeit alle Angriffe im Zusammenhang mit etwaigen Urheberrechtsverstößen erfolgreich abwehren. Anfang 2012, kurz nach dem Aus für Megaupload, wurde es dem Schweizer Unternehmen aber offenbar zu heiß und man begann, sich für die Filesharing-Szene unattraktiv zu machen. Stattdessen wollte man sich als Cloud-Anbieter etablieren, was aber gründlich in die Hose ging, vor allem wirtschaftlich.

Rapidshare schließt
Die Bekanntgabe auf der Rapidshare-Seite

Löschung aller Daten

Wie die Schweizer Handelszeitung berichtet, ist auf der Rapidshare-Seite seit heute ein Hinweis an Kunden zu lesen: "Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die RapidShare AG per 31. März 2015 den aktiven Dienst einstellen wird. Bis zum 28. Februar 2015 können STANDARD PLUS und PREMIUM noch verlängert werden. Wir bitten alle Kunden ihre Daten zu sichern. Ab dem 31. März 2015 wird kein Zugang mehr möglich sein und alle Konten werden automatisch gelöscht." Bei Fragen verweist man Kunden an die Support-Email und bedankt sich schließlich für das langjährige Vertrauen.

Rapidshare, dessen Geschichte bis ins Jahr 2004 zurückreicht, gilt als erster Sharehoster überhaupt. Es folgte ein rasanter Aufstieg, den man zweifellos der Piraterie zu verdanken hatte. Die Urheber und Rechtebesitzer waren lange Zeit weitgehend machtlos, da viele Gerichte die Verantwortung für etwaige Uploads beim jeweiligen Nutzer und nicht beim Hoster sahen. Dennoch folgte vor einigen Jahren der erfolglose Versuch auf ein "wasserdichtes" Geschäftsmodell umzusatteln, da zogen die Nutzer aber nicht mit.
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