Zalando: Zahlreiche Mitarbeiter klagen über sehr hohen Arbeitsdruck

Witold Pryjda, 26.05.2014 09:34 Uhr 61 Kommentare
Der Online-Händler Zalando steht immer wieder wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Eine Umfrage der Gewerkschaft Ver.di zeigt nun, dass sich trotz gegenteiliger Versprechen offenbar nicht viel tut: Etwa die Hälfte der Mitarbeiter kann es sich nicht vorstellen, es länger als zwei Jahre bei Zalando aushalten zu können. Bisher war der Online-Händler Amazon das Lieblingsziel der Gewerkschaft Ver.di, doch auch bei deutschen Unternehmen sehen die Arbeitnehmervertreter massiven Verbesserungsbedarf. Vor allem der Berliner Versandhändler Zalando gerät immer wieder ins Visier: Erst Mitte April hatte der TV-Sender RTL einen Bericht gezeigt, der die Arbeitsbedingen in den Lagern von Zalando scharf anprangerte.

Damals widersprach Zalando zwar den Vorwürfen und kündigte rechtliche Schritte gegen RTL an, versprach aber gleichzeitig einige Verbesserungen. Die Reportage sah sich damals die Zustände im Erfurter Zalando-Lager an und dort hat sich auch Ver.di umgehört, wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe schreibt.

Ver.di: Jeder Dritte war schon mal krank in der Arbeit

Und Ver.di entkräftet die gegen Zalando erhobenen Vorwürfe nicht, eher im Gegenteil: Die Umfrage ergab, dass sich etwa 50 Prozent der 63 Befragten nicht vorstellen können, bei Zalando länger als zwei Jahre zu arbeiten. Über zu hohen Arbeitsdruck klagen sogar noch mehr Menschen: Knapp drei Viertel bestätigten eine "hohe" oder "sehr hohe" Job-Belastung, etwa jeder Dritte gab an, dass er bereits mindestens einmal krank zur Arbeit gegangen sei.

Der Spiegel schreibt, dass Zalando trotz eines gewissen Entgegenkommens nicht vorhat, seine Logistik grundlegend zu verändern. Prinzipiell soll der Versand so organisiert sein wie bisher. Die Gewerkschaft hat allerdings bereits angekündigt, den bisherigen Fokus auf Amazon etwas aufgeben und sich auch auf Zalando konzentrieren zu wollen. Das werde laut Ver.di aber nicht einfach, u. a. deshalb, weil es bei Zalando fast nur befristete Arbeitsverträge gebe.
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