Starcraft II: Blizzard zerrt Cheat-Entwickler jetzt vor Gericht

Christian Kahle, 22.05.2014 10:36 Uhr 44 Kommentare
Der Spiele-Hersteller Blizzard versucht nun einen populären Cheat für das Spiel Starcraft II gerichtlich zu stoppen. Gegen die Entwickler wurde jetzt eine Klage vor einem US-Bundesgericht in Kalifornien eingereicht und eine einstweilige Verfügung beantragt. Laut einem Bericht des Magazins TorrentFreak, will Blizzard vor allem verhindern, dass ehrlichen Spielern früher oder später der Spaß daran vergeht, online gegen andere Nutzer anzutreten, wenn immer mehr Kontrahenten das Spiel selbst modifizieren, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Denn dies würde sich auch direkt im Geschäft der Firma niederschlagen - etwa wenn es darum geht, später noch eine Zielgruppe für den Verkauf von Erweiterungen zu haben.

Der Cheat, um den es in dem Verfahren geht, wird als "ValiantChaos MapHack" vertrieben. Billig ist die Schummelei nicht gerade: Man erhält das Paket gegen eine "Spende" von 62,50 Dollar an den VIP-Bereich des ValiantChaos-Forums. Angeboten wird er schon seit längerer Zeit und dürfte Schätzungen zufolge bereits Einnahmen in Höhe von einigen zehntausend Dollar eingebracht haben.

Allerdings scheint es nicht trivial zu sein, gegen den Cheat rechtlich vorzugehen. Denn solche Modifikationen können zwar über Nutzungsbestimmungen untersagt werden, doch das Interesse Blizzards besteht im aktuellen Fall eher nicht darin, gegen zahlreiche Nutzer vorzugehen, die den Cheat einsetzen. Statt dessen will man unterbinden, dass dieser weiterhin vertrieben wird.

Krücke übers Urheberrecht

In der Klage beruhen die Vorwürfe gegen die Entwickler daher vor allem auf dem Urheberrecht. Hier sieht der Spieleentwickler wohl einen Ansatzpunkt, da in dem Paket, dass den Cheat enthält, auch noch zahlreiche Codes enthalten sind, die von Blizzard entwickelt wurden. Aber auch andere zivilrechtliche Punkte werden in der Klageschrift vorgebracht. So stellt das Unternehmen beispielsweise vorsichtshalber eine Schadensersatz-Forderung in Millionenhöhe auf - für die Verluste, die durch die Abwanderung frustrierter ehrlicher Spieler entstanden sind. Allerdings dürfte es nicht einfach sein, hier stichfeste Beweise auf den Tisch zu legen, so dass das Urheberrecht eher die sicherere Seite der Klage darstellen dürfte.
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