Kim Dotcom hofft im Streit mit USA auf Berliner Hilfe

Jakob Lemke am 08.05.2013 19:54 Uhr
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Der umstrittene Internet-Unternehmer Kim Schmitz "Dotcom" setzt in seinem Rechtsstreit mit den USA jetzt auch auf Hilfe der deutschen Bundesregierung. Berlin sei dazu verpflichtet, sagte Dotcoms Anwalt laut Medienberichten.

"Er (Kim Schmitz) ist ein deutscher Staatsbürger, dessen Rechte außer Kraft gesetzt wurden", sagte Dotcoms Anwalt Robert Amsterdam der Nachrichtenagentur dpa, wie beispielsweise ntv meldet. Der in London ansässige Anwalt kündigte demnach Kontakt mit Berlin an: "Wir können uns an das Büro der Kanzlerin und das Außenministerium wenden. Es gibt Verpflichtungen nach der deutschen Verfassung."

Kim Dotcom war der "Mastermind" hinter Megaupload, einem Filehoster, der mutmasslich zu Urheberrechtsverletzungen im großen Stil beigetragen hat. Kim Dotcom bestreitet alle Vorwürfe und wehrt sich an seinem derzeitigen Wohnsitz Neuseeland gegen eine Auslieferung an die USA. Er hat mit Mega mittlerweile einen vielbeachteten neuen Cloudspeicher gestartet. Unvergesslich sind seine gesanglichen Abenteuer mit Support von US-Größen:

Megaupload-Support von Musikern
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Der schillernde Internet-Entrepreneur hat zuletzt ein knapp 50-seitiges Papier veröffentlicht, in dem er und seine Anwälte sich mit der Zukunft des digitalen Copyrights beschäftigen und zugleich schwere Zweifel an der Praxis der Rechtsbehörden der USA anmelden.

Etwa beim Kurznachrichtendienst Twitter findet Kim Dotcom dafür viel Unterstützung. Hierzulande erregte er bis 2002 viel Aufmerksamkeit durch Aktivitäten in der Hacker-Szene. Als ihm wegen Insider-Handels/Betrug erneut eine Bewährungsstrafe drohte, setzte er sich ins Ausland ab. Den Berichten zufolge reist er aber weiter mit deutschem Pass durch die Welt. Neuseeland musste im laufenden Verfahren gegen ihn bereits eine Reihe von schwerwiegenden Fehlern einräumen. Damit bleibt offen, ob dem gebürtigen Kieler, der mittlerweile 39 Jahre alt ist, die Auslieferung in die USA droht.
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