Browserwahl: Google & Opera Grund für EU-Strafe?

Roland Quandt am 07.03.2013 17:47 Uhr
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Microsoft wurde jüngst von der EU-Kommission erneut mit einer Geldstrafe in Höhe von gut einer halben Milliarde Euro belegt. Jetzt heißt es, dass der Internetkonzern Google und die Softwareschmiede Opera die EU überhaupt erst auf die Versäumnisse der Redmonder in Sachen Browserwahl aufmerksam gemacht haben sollen.

Wie die 'Financial Times' unter Berufung auf mehrere Personen berichtet, die mit den Hintergründen des jüngsten Wettbewerbsverfahrens gegen Microsoft vertraut sein sollen, haben Google und Opera das Vorgehen der EU-Wettbewerbshüter unterstützt und die Ermittler der Kommission auf die im Windows 7 Service Pack 1 fehlende Möglichkeit zur Wahl des Standard-Browsers hingewiesen.

Der Leiter des Verfahrens gegen Microsoft Joaquín Almunia hatte die Höhe der neuen Geldstrafe von 561 Millionen Euro damit begründet, dass man den Softwarekonzern nicht nur bestrafen will, sondern auch eine abschreckende Wirkung erzielt werden soll. Das Unternehmen habe zu tun, was es zugesichert habe, oder eben mit den Konsequenten leben.

Dem Bericht zufolge hatten Google und Opera die EU-Wettbewerbsaufsicht unter der Hand auf Microsofts Fehler hingewiesen. Außerdem halfen die beiden Konkurrenten dabei, die Versäumnisse überhaupt erst einmal ausführlich zu untersuchen. Konkrete Details zu den Aktivitäten der Firmen wurde jedoch nicht genannt.

Insgesamt verging nach der Veröffentlichung des Windows 7 Service Pack 1 allerdings sogar rund ein Jahr, bis überhaupt auffiel, dass das Menü zur Wahl des Browsers auf den mit dem SP1 ausgelieferten neuen PCs nicht angezeigt wurde. Microsoft begründete dies mit einem "technischen Fehler" und Firmenchef Steve Ballmer erhielt im Nachgang sogar einen gekürzten Bonus.

Microsoft erklärte nach der Bekanntgabe der neuen Geldstrafe durch die EU, dass man die volle Verantwortung für den Fehler übernehme und sich entschuldige. Von Opera war zu hören, dass man das entschiedene Vorgehen der EU begrüße, weil es für die Schaffung einer echten Wahlfreiheit im Bereich der Web-Browser eine große Bedeutung habe. Google wollte sich zu dem Thema hingegen nicht äußern.
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