WebKit-Wechsel: Opera entlässt Engine-Entwickler

Roland Quandt am 18.02.2013 20:45 Uhr
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Der norwegische Software-Hersteller Opera hat im Zuge der Umstellung seines gleichnamigen Browsers auf die WebKit-Engine einen Teil seiner Mitarbeiter entlassen. Wie das Unternehmen jetzt mitteilte, verloren fast 10 Prozent der Angestellten ihren Job.

Wie aus Operas Geschäftsbericht für das vierte Quartal 2012 (PDF) hervorgeht, wurden insgesamt 91 Mitarbeiter entlassen, was laut dem Papier mit "organisatorischen Umstrukturierungen" zu begründen sei. Rund die Hälfte von ihnen sei bisher an der Entwicklung des Browsers beteiligt gewesen, heißt es.

Opera hat nach eigenen Angaben insgesamt Kosten von rund 7,8 Millionen Dollar zu bewältigen, die im Zusammenhang mit der Umstellung seiner Browser von der hauseigenen, proprietären Presto-Engine auf Webkit entstehen. Durch den Wechsel würden die nun entlassenen Spezialisten schlicht nicht mehr benötigt.

Das Unternehmen hat in den meisten Fällen eine Abfindung an die gekündigten Mitarbeiter gezahlt und unterstützte sie zusätzlich auch noch bei der Suche nach einer neuen Anstellung innerhalb der IT-Industrie. Generell will man in den kommenden Monaten wieder wachsen, nachdem das Unternehmen auch schon im Lauf des letzten Jahres bis zum Beginn der Umstellung weitere Mitarbeiter eingestellt hatte.

Durch die Übernahme der auf Cloud-Lösungen spezialisierten Firma SkyFire nimmt die Mitarbeiterzahl in Kürze erneut zu. Ein Teil der bisher mit der Arbeit an Presto beschäftigten Entwickler wurde nun zudem an andere Positionen innerhalb des Unternehmens versetzt, um an spezifischen Produkten zu arbeiten.

Opera muss durch den Wechsel auf WebKit nicht mehr einen Großteil seiner Ressourcen für die Verbesserung der Presto-Engine aufbringen, sondern braucht "nur noch" einen Bruchteil davon, um in der Open-Source-Gemeinschaft rund um WebKit mitzuarbeiten, so das Unternehmen. Finanziell geht es Opera eigentlich gut, konnte man die Nutzerzahlen doch weiter steigen, so dass der Umsatz ebenfalls zunahm.
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