SKA: Teleskop erzeugt mehr Daten als das Internet

Christian Kahle am 08.07.2011 16:07 Uhr
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In den kommenden Jahren wird mit dem Square Kilometre Array (SKA)-Radioteleskop ein neues Instrument für die Astronomie gebaut, das auch die Entwicklung im Computing-Bereich deutlich voranbringen wird. Das System wird von der International Centre for Radio Astronomy Research (ICRAR) entwickelt und betrieben.

Aktuell laufen noch die Ausschreibungen für den Standort. Australien/Neuseeland und Südafrika sind hier die Kandidaten. Nach seiner Fertigstellung soll das neue Radioteleskop rund 10.000 mal leistungsfähiger sein als die besten, heute verfügbaren Systeme dieser Art. Dadurch erhofft man sich neue Erkenntnisse bei der Erforschung von dunkler Materie und schwarzen Löchern sowie bei der Suche nach erdähnlichen Planeten und vielleicht auch außerirdischem Leben.

SKA soll im Jahr 2020 fertiggestellt werden. Mehr brauchen sich die Entwickler ICRAR auch nicht beeilen, da erst zu dieser Zeit ausreichend leistungsstarke Rechner zur Auswertung der Daten vorhanden sein werden. "Dieses Teleskop wird an einem Tag mehr Daten generieren, als heute auf der ganzen Welt in einem Jahr zusammenkommen. Wir erwarten, dass mehr Informationen durch das interne Teleskop-Netzwerk fließen werden, als im gesamten Internet", erläuterte Peter Quinn, Direktor des ICRAR, gegenüber der 'ComputerWorld'.

Allein zur ersten Auswertung und Bewertung der empfangenen Daten ist ein Supercomputer mit einer Leistung im Exaflops-Bereich notwendig. Entsprechende Systeme sollen voraussichtlich ab 2018 zur Verfügung stehen. Vom Teleskop-Standort werden die Informationen dann zur genaueren Auswertung an eine ganze Reihe von Datenzentren weltweit verteilt.

SKA wird sich aus mehreren tausend einzelnen Radioteleskopen mit jeweils 15 Metern Durchmesser zusammensetzen. Diese stehen im Zentrum relativ dicht beeinander, allerdings werden weitere in immer größeren Entfernungen aufgestellt. Wird SKA in Australien gebaut, werden die am weitesten außen liegenden Empfänger in Neuseeland aufgestellt. Dadurch soll das System eine extrem hohe Auflösung bieten können.
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