Microsoft kauft Skype für 8,5 Milliarden Dollar

Christian Kahle, 10.05.2011 14:42 Uhr 120 Kommentare
Nach dem Aufkommen der ersten Gerüchte ging es nun ganz schnell: Der Software-Konzern Microsoft hat den Voice over IP (VoIP)-Anbieter Skype übernommen. Der Preis liegt bei 8,5 Milliarden Dollar. Wie Microsoft heute mitteilte, sei das entsprechende Abkommen bereits komplett von den Managements ausgehandelt und von den Aufsichtsräten beider Unternehmen bestätigt. Skype gehörte zuletzt einer Investorengruppe um die Investmentfirma Silver Lake, die Skype im November 2009 für 1,9 Milliarden Dollar von eBay kaufte.

Die Akquisition durch Microsoft soll nun beiden Seiten Vorteile bringen. Unter dem Dach des Software-Konzerns soll Skype dessen Reichweite unter Privat- und Business-Kunden verwenden können, um seine Nutzerbasis weiter auszubauen. Microsoft will durch den Zukauf sein Portfolio von Anwendungen für die Echtzeit-Kommunikation ausbauen.

Aktuell kommunizieren rund 170 Millionen User über Skype. Im vergangenen Jahr summierte sich deren Nutzung auf rund 207 Milliarden Minuten an Sprach- und Videokonferenzen. Binnen der letzten 18 Monate ist die Zahl der Gesprächsminuten um 150 Prozent gestiegen.

Microsoft kündigte bereits an, den VoIP-Dienst auf quasi allen Windows-Plattformen vom Smartphone bis zur Workstation und auf der Xbox bereitzustellen. Außerdem ist eine Integration in Lync, Outlook, Xbox Live und andere Produkte geplant. Das Unternehmen sicherte aber auch zu, dass weiterhin in die Unterstützung konzernfremder Plattformen investiert wird.

Skype wird zukünftig als eigenständige Abteilung in Microsofts Konzerngeflecht arbeiten. Der bisherige Firmenchef Tony Bates behält dabei seinen Posten und trägt fortan den Titel President of the Microsoft Skype Division. Er untersteht direkt dem Konzernchef Steve Ballmer.
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