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Debakel für Chips "Made in Russia": Über die Hälfte ab Werk defekt

Der russische Chiphersteller Baikal Electronics hat seit der Umstellung auf die nationale Produktion seiner Halbleiter massive Probleme. Viele der Chips sind aufgrund mangelhafter Verarbeitung wohl völlig unbrauchbar.
31.03.2024  12:54 Uhr

Sanktionen sorgen für Probleme

Im August 2023 berichteten wir darüber, dass die Muttergesellschaft T-Platforms des russischen Chip-Herstellers Baikal Electronics Insolvenz angemeldet hatte. Aufgrund der internationalen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Krieges konnte die Produktion von Prozessoren wegen mangelnder Bauteile, die bis dahin aus dem Ausland bezogen wurden, nicht mehr aufrechterhalten werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), der weltweit größte Zulieferer für entsprechende Technologie, die kompletten Chips inklusive Gehäuse für das russische Unternehmen gebaut und geliefert.


Baikal produziert wieder

Mittlerweile produziert Baikal Electronics aber wieder Computerchips. Die versucht man nun so gut wie möglich in Russland selbst zusammenzubauen. Da es keine russische Firma gibt, die in der Lage ist, die von Baikal entworfenen 28-nm-Chips herzustellen, stellt sich momentan allerdings die Frage nach deren Herkunft. Da die meisten ausländischen Hersteller seit dem Embargo keine Technologie mehr nach Russland exportieren, kommen wahrscheinlich nur chinesische Zulieferer infrage.

Mangelhafte Verarbeitung

Eine besondere Herausforderung für das russische Tech-Unternehmen scheint vor allem die Suche nach einem kompetenten Partner für die Chipgehäuse zu sein. Seit 2021 arbeitet Baikal mit dem inländischen Unternehmen GS Group zusammen. Allerdings mit wenig Erfolg. Denn wie die russische Webseite Vedomosti (via Ukrainetoday.org) jetzt berichtete, sind über die Hälfte der produzierten Chips defekt und dadurch instabil. Der Grund dafür ist angeblich ein Mangel an qualifizierten und kompetenten Arbeitskräften sowie die falsche Konfiguration der für den Einbau in die Gehäuse verwendeten Geräte.

Die Sanktionen scheinen die russische Halbleiterindustrie also empfindlich getroffen zu haben. Die Putin-Regierung plant in den nächsten Jahren allerdings Investitionen von mehreren Milliarden US-Dollar, um die Entwicklung und Fertigung eigener Chips voranzutreiben.

Zusammenfassung
  • Muttergesellschaft T-Platforms von Baikal meldete Insolvenz an
  • Sanktionen behinderten Bauteilimport für Chip-Produktion
  • TSMC stellte Chips für Baikal Electronics her
  • Baikal Electronics fertigt nun wieder Computerchips
  • Herkunft der 28-nm-Chips von Baikal unklar, möglicherweise China
  • Über die Hälfte der Chips durch schlechte Verarbeitung defekt
  • Russland investiert in nationale Halbleiterindustrie
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