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Illegale Starlink-Terminals: Die Schwarzmarkt-Nutzung explodiert

Das Satelliten-Internet von Starlink bzw. SpaceX ist ein großer Erfolg und funktioniert mittlerweile auch bestens, und zwar auf der ganzen Welt. Doch das wird für das Unternehmen auch zum Problem, denn die dazugehörigen Terminals gelangen immer häufiger in falsche Hände.
27.03.2024  10:59 Uhr

Starlink drückt mindestens ein Auge zu

An sich versucht Elon Musks Unternehmen zu regulieren, wo man Starlink anbietet, allerdings unterscheidet sich die Theorie doch einigermaßen stark von der Praxis. Denn immer häufiger landen Terminals in Gegenden, wo sie eigentlich nicht erhältlich sein sollten. Denn für einen Betrieb benötigt man eigentlich eine Erlaubnis von bzw. Vereinbarung mit Starlink. Das soll u. a. ausschließen, dass Starlink in Gegenden und Staaten zum Einsatz kommt, in denen es beispielweise repressive Diktaturen gibt. Wie Bloomberg berichtet, werden Starlink-Terminals aber immer häufiger illegal gehandelt und aktiviert. Das Wirtschaftsportal schreibt hierzu, dass es sich nicht einmal um Einzelfälle handelt, sondern ein massives globales Problem darstellt. Die Anzahl der auf dem Schwarzmarkt verfügbaren Starlink-Zugänge ist so groß, dass sich Bloomberg die Frage stellt, ob das Unternehmen auch nur ansatzweise genug Kontrolle über ein System hat, das eine nationale Sicherheitsdimension hat.

Starlink: Wo es das Satelliteninternet von Musk schon heute gibt
Infografik Starlink: Wo es das Satelliteninternet von Musk schon heute gibt

Laut Bloomberg ist Starlink u. a. im Jemen sowie dem Sudan derzeit weit verbreitet. Das ist zwar nicht zwangsläufig schlecht, weil Menschen damit langsames Internet und Zensur umgehen. Allerdings setzen auch Kriegsparteien und paramilitärische Organisationen Starlink-Terminals für ihre Zwecke ein.

Starlink plus Roaming

Die Regierungen in vielen Staaten versuchen mit Kontrollen und anderen Aktionen, illegale Terminals aus dem Verkehr zu ziehen. Doch das hat kaum eine Auswirkung auf die Nutzung, sondern treibt nur die Schwarzmarktpreise nach oben. Die Nutzung von Starlink im an sich "illegalen" Ausland ist auch relativ einfach. Denn man muss hierfür ein Terminal nur in einem Land kaufen, in dem es offiziell angeboten wird und dann über die von Starlink angebotene (kostenpflichtige) Roaming-Funktion nutzen. Die zusätzlichen Kosten können die Anbieter von Starlink-Diensten aber locker wieder einspielen, denn viele sind bereit, für schnelleres und offenes Internet extra zu bezahlen.

Laut Experten gibt es vor allem zwei Möglichkeiten, gegen diese Einsätze vorzugehen: Einerseits kann man den Export von Terminals streng kontrollieren, andererseits könne man aber auch versuchen, eingeschaltete Zugänge zu lokalisieren und diejenigen zu blockieren, die gegen die US-Exportkontrollen verstoßen. Letzteres erfordert aber eine Zusammenarbeit mit Starlink selbst, allerdings hat die SpaceX-Tochter derzeit wenig Lust dazu.

Zusammenfassung
  • Starlink-Internet weltweit erfolgreich, aber mit Problemen
  • Terminals gelangen oft in unerwünschte Regionen
  • Illegaler Handel und Aktivierung der Terminals
  • Starlink im Jemen und Sudan von Kriegsparteien genutzt
  • Regierungen scheitern bei Eindämmung des Schwarzmarkts
  • Starlink-Roaming ermöglicht Nutzung im Ausland
  • Experten fordern strenge Exportkontrollen oder Blockaden
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