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Von wegen Display-Generation: Junge Nutzer kaufen massenhaft Bücher

Während die sogenannten Millennials dem Vinyl zu einer neuen Blüte verhalfen, sorgt die Generation Z dafür, dass gedruckte Bücher sich wieder wachsender Beliebtheit erfreuen. Nicht nur die Buchhändler profitieren von der Trendwende.
12.02.2024  13:12 Uhr

"Lesen ist so sexy"

"Bücher waren schon immer die große Liebe meines Lebens", erklärte gerade das das 22-jährige Model Kaia Gerber laut eines Berichts im Guardian. "Lesen ist so sexy." Die Tochter der Laufsteg-Größe Cindy Crawford hat mit Library Science gerade ihren eigenen Buchclub gegründet, der Autoren vorstellen und Gespräche zwischen diesen und ihren Lesern organisieren soll. Die junge Frau ist dabei keine Ausnahme in ihrer Altersgruppe, wie Zahlen aus Großbritannien zeigen. In dem Land, das vor Jahren noch an der Spitze des E-Book-Booms stand, wurden im letzten Jahr 669 Millionen gedruckte Bücher verkauft - das ist der höchste Wert aller Zeiten. Die größte Käufergruppe sind dabei Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden. Auch die Bibliotheken verzeichnen einen Anstieg der Nutzer der Generation Z, die ihre Ruhe den lauten Cafés vorziehen. Im Vereinigten Königreich ist die Zahl der persönlichen Besuche um 71 Prozent gestiegen.


Befeuert wird der Trend durch die allgegenwärtige Vernetzung der jungen Menschen über die Social-Media-Kanäle. Vor allem auf TikTok gibt es einen regen Austausch über Bücher. Und auch wenn bestimmte Roman- und Fantasy-Publikationen regelmäßig die Charts anführen, beschränkt sich das Leseverhalten letztlich überhaupt nicht auf diese Genres.

Quer durch alle Bereiche

"Die Büchersphäre der Gen Z ist unglaublich breit gefächert", erklärte Hali Brown, die 28-jährige Mitbegründerin von Books on the Bedside, einem beliebten TikTok-Account, der sich den Lesegewohnheiten der Gen Z widmet. "Es gibt eine große Wertschätzung für literarische Fiktion, Memoiren, übersetzte Belletristik und vor allem für Klassiker", sagt Brown. Eine große Subkultur seien die "hot girl books" oder "sad girl books". "Diese Bücher sind größtenteils literarische Romane und Memoiren, die sich in irgendeiner Weise mit dem Mädchen- oder Frauendasein befassen", so Brown.

Die Entwicklung ist dabei nicht nur auf Großbritannien beschränkt. In Deutschland beispielsweise verzeichnet die Bücher-Branche zwar weiterhin etwas rückläufige Kundenzahlen in der jungen Generation. Wer dabei ist, liest aber immer mehr: Bei den 16- bis 29-Jährigen vermeldete der Börsenverein des deutschen Buchhandels für den letzten Berichtszeitraum, dass durchschnittlich 11,7 Bücher pro Jahr gekauft werden. Das ist fast ein Viertel mehr als noch 2017.

Zusammenfassung
  • Millennials beleben Vinyl, Gen Z Bücher
  • Kaia Gerber gründet Buchclub Library Science
  • UK: Rekordverkauf von 669 Mio. gedruckten Büchern
  • Gen Z tauscht Buchtipps auf TikTok aus
  • Gen Z schätzt breite Literaturpalette
  • Beliebt: 'hot girl books' und 'sad girl books'
  • Deutsche Gen Z kauft mehr Bücher als 2017
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