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Twelve startet Produktion von Flieger-E-Fuel und kompensiert Microsoft

Das US-Startup Twelve hat eine kommerzielle Anlage zur Umwandlung von Kohlendioxid in Flugzeug-Treibstoff in Betrieb genommen. Dies bringt unter anderem Microsoft als Geldgeber einen Schritt weiter hin zu einer rechnerischen Klimaneutralität.
KLM
12.02.2024  11:32 Uhr

Treibstoff für Alaska Airlines

Die Luftfahrt gilt als einer der am schwersten zu dekarbonisierenden Bereiche der Wirtschaft. Hier ist es beispielsweise kaum möglich, auf batteriegestützte Elektroantriebe zu setzen. Daher versucht die Branche, die eine der klimaschädlichsten Formen der Mobilität anbietet, zumindest bei der Entwicklung sogenannter nachhaltiger Flugtreibstoffe (Sustainable Aviation Fuel, SAF) voranzukommen. Twelve gehört zu den Unternehmen, die SAF zukünftig in größeren Mengen synthetisieren wollen, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht. Bisher wurden allerdings vor allem Versuchsanlagen betrieben. Mit dem Reaktor namens OPUS steigt die Firma in die kommerzielle Produktion ein. Das System wird mit Strom aus Wasserkraft betrieben und verwendet CO₂, das aus einer nahe gelegenen Ethanolanlage abgeschieden wird - es zieht also kein Treibhausgas aus der Luft, führt aber zumindest ohnehin anfallendes Gas einer sinnvollen Zweitverwertung zu.


Hauptabnehmer des dabei produzierten Treibstoffs ist die Alaska Air Group. Bei dessen Fluggesellschaften soll der SAF dem konventionellen Treibstoff beigemengt werden. Die daraus resultierenden Emissionsgutschriften werden von Firmenkunden wie Microsoft gekauft, um ihre geschäftsreisebedingten Emissionen auszugleichen. Das stellt einen wesentlichen Teil der Finanzierung der neuen Anlage dar.

Überschuss nutzen

OPUS hat etwa die Größe eines Schiffscontainers. Dank der neuen elektro­chemischen Reaktor­technologie kann es Treib­stoff produzieren, ohne viel Platz zu beanspruchen, erklärte Twelve-Mitbegründerin und Chef­wissen­schaftlerin Etosha Cave. Die Niedrig­temperatur­umgebung ermöglicht es dem Reaktor außerdem, relativ schnell hoch- und heruntergefahren zu werden. Er kann also laufen, wenn die Preise für erneuerbare Energien am niedrigsten sind, im Vergleich zu Einheiten mit höheren Temperaturen, die rund um die Uhr laufen müssen.

Die Anlage Twelves wird zu Beginn erst einmal mit einer Kapazität von rund 150.000 Litern pro Jahr ausgestattet sein. Allein die Verträge mit Alaska Airlines, Microsoft und Shopify umfassen allerdings bereits ein finanzielles Volumen von mehreren Millionen Dollar, sodass der vorgesehene Ausbau der Kapazität zügig vorangetrieben werden kann.

Zusammenfassung
  • US-Startup Twelve startet CO₂-Umwandlung zu Flugtreibstoff
  • Microsoft unterstützt als Geldgeber für Klimaneutralität
  • SAF-Produktion als Alternative zu Elektroantrieben in der Luftfahrt
  • Kommerzielle Anlage OPUS nutzt Strom aus Wasserkraft
  • Alaska Air Group Hauptabnehmer des synthetischen Treibstoffs
  • Microsoft kauft Emissionsgutschriften für Geschäftsreisen
  • OPUS-Technologie benötigt wenig Platz und ist flexibel einsetzbar
  • Anfangskapazität von 150.000 Litern mit Ausbaupotenzial
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