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Microsoft-Tool im Kreuzfeuer: Der PC-Manager erntet neue Kritik

Seit Kurzem ist der PC-Manager, Microsofts offizielles Tool zur Optimie­rung und Steigerung der Leistung von Windows 10 und 11, im Microsoft Store erhältlich. Die App verspricht einige nützliche Funktionen - aber sie enthält auch merkwürdige und fragwürdige Fähigkeiten.
10.02.2024  11:45 Uhr

Windows Leistungsverbesserungen

Microsoft hatte diese kostenlose Anwendung im Jahr 2022 als Vorschau-Version gestartet, nun ist die Entwicklung so weit abgeschlossen, dass jeder, der möchte, den PC-Manager aus dem Store herunterladen kann. Seit dieser breiten Verfügbarkeit gibt es nun auch wieder mehr Negativ-Schlagzeilen über das Tool. Die Vorwürfe sind dabei nicht neu - wir hatten schon im Jahr 2022 den Vergleich zu CC Cleaner gezogen. So meldet jetzt das Online-Magazin Neowin, dass eine der Möglichkeiten, die Leistung des Computers zu "optimieren", darin besteht, den Windows Prefetch-Ordner zu löschen. Genau das wird unter der Option "Tiefenreinigung" aufgeführt - und dort beginnen die Probleme.

Microsoft PC Manager: Neues Tool für die Systempflege im Anmarsch
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Denn eigentlich rät Microsoft bisher immer selbst davon ab, den Windows Prefetch-Ordner zu berühren, da ein Eingriff in seinen Inhalt das Gegenteil von dem bewirken kann, was die PC-Manager-App verspricht. Anstatt den PC schneller zu machen, könnte das Bereinigen von Windows Prefetch dazu führen, dass Anwendungen länger zum Starten brauchen.

Immer wieder wird auch vor der manuellen Löschung des Windows Prefetch-Verzeichnis gewarnt. Der PC-Manager ignoriert das aber allem Anschein nach komplett und bringt bei dieser Funktion auch keine Warnung hervor. Dies ist übrigens auch einer der Gründe, warum solche Optimierungs-Tools ihren zweifelhaften Ruf haben. Viel zu häufig greifen sie in Verzeichnisse ein, deren Änderung gar nicht immer notwendig ist.

Zwielichtige Dinge

Neowin hat aber noch mehr gefunden: "Abgesehen davon, dass die Wartung von zweifelhaftem Nutzen ist, gibt es einige seltsam aussehende Links. Der Abschnitt Toolbox enthält standardmäßig zwei Partnerlinks (mit Tracking-Parametern) zu chinesischen Software-Websites. Wohlgemerkt, es handelt sich um eine offizielle Microsoft-App unter dem Label Microsoft Corporation, die verspricht, rein und störungsfrei zu sein", heißt es in dem Bericht.

Keine der bisherigen Erkenntnisse führen allerdings dazu, dass Microsofts neuer PC-Manager als schädlich einzustufen ist. Man sollte aber berücksichtigen, dass auch das Label "Microsoft" nicht davor bewahrt, kontraproduktiv zu sein.

Zusammenfassung
  • Vorwürfe gegen Microsofts PC-Manager sind nicht neu
  • Neuer PC Manager im Microsoft Store für Windows 10/11
  • Tool bietet Optimierungsfunktionen und "Tiefenreinigung"
  • Löschen des Prefetch-Ordners könnte PC verlangsamen
  • PC-Manager ignoriert Microsofts Rat, Prefetch unberührt zu lassen
  • Neowin: Zweifelhafter Nutzen und Links zu chinesischen Websites
  • Trotz Bedenken ist PC-Manager nicht als schädlich eingestuft
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