X

China-CPU Loongson soll endlich so gut sein wie Intel Core i3 von 2020

Die chinesische Firma Loongson arbeitet daran, die Perfor­mance-Lücke gegenüber Intel zu schließen und so eine Alternative zu Windows-PCs zu schaffen. Jetzt wurde der neue Loongson 3A6000 enthüllt, dessen Lei­stung auf dem Niveau eines Intel Core i3 der 10. Generation liegen soll.
Loongson
29.11.2023  15:46 Uhr

Loongson 3A6000 startet offiziell

Nachdem Loongson die Chips der 3A6000-Serie schon mehrfach angeteasert hatte, hat das Unternehmen jetzt offiziell den Startschuss für die Einführung gegeben. Es handelt sich um vierkernige Prozessoren auf Basis der sogenannten LoongArch-Mikroarchitektur, die bis zu acht Threads unterstützen. Die maximale Taktrate der neuen Loongson 3A6000-Serie wird mit 2,5 Gigahertz angegeben. Es kommen die sogenannten LA664 CPU-Kerne zum Einsatz. Die Chips nutzen Simultaneous Multi-Threading der zweiten Generation (SMT2) und können so mehrere Threads gleichzeitig verarbeiten. In einem ausführlichen Artikel von ICLabs aus China heißt es, dass man damit eine der größten Schwächen der früheren Generationen der Loongson-Chips aus der Welt schafft.

Loongon 3A6000
Benchmarks des neuen Loongson ...


Loongon 3A6000
... 3A6000 zeigen Leistungszuwachs

Leistung wie ein Core i3 von 2020

Tatsächlich sollen die neuen Loongson 3A6000-CPUs einen erheblichen Sprung bezüglich Leistung mit sich bringen. Im Vergleich zu dem direkten Vorgänger sei die Performance im Single-Core-Benchmark mittels SPEC CPU 2017 um rund 60 Prozent gestiegen, während es bei der Multicore-Performance eine Verdopplung gab. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass man hier auf einem Niveau vergleicht, das deutlich niedriger anzusetzen ist als bei den Prozessoren westlicher Hersteller wie AMD und Intel.

Loongon 3A6000
Asus bringt erstmals ein eigenes Mainboard für Loongson-CPUs

Laut der offiziellen Präsentation von Loongson liegt der 3A6000 mit 2,5 Gigahertz Taktrate im SPEC CPU 2017 Benchmark nämlich nur auf dem Niveau eines Intel Core i3-10100, also eines vierkernigen Einsteiger-Chips des großen US-Herstellers aus der 10. Generation der Core-CPUs, die bereits 2020 eingeführt wurde. Damit sei man nun aber durchaus in der Lage, eine Alternative zu Intel-Chips dieser Leistungsklasse für Mainstream-PCs anzubieten.


Gemeint sind damit sicherlich vor allem Office-PCs, die mit den im Grunde rein chinesischen Chip dem großen Ziel näher kommen könnten, sich gänzlich aus der Abhängigkeit von Produkten und Technologien aus dem Ausland zu lösen. Loongson bietet mit dem neuen Chip übrigens auch erstmals Unterstützung für DDR4-RAM. Die Fertigung erfolgt noch immer im 12-Nanometer-Maßstab, also mittels eines relativ alten Prozesses.

Loongson zufolge wächst derzeit das Software-Ökosystem rund um seine Plattformen zunehmend, da immer mehr Open-Source-Anbieter ihre Produkte auch für LoongArch-Prozessoren kompatibel machen. Auch im Hinblick auf das Hardware-Ökosystem macht man Fortschritte, hieß es. Es soll bereits Pläne für um die 60 neue Produkte auf Basis des Loongson 3A6000 Prozessors geben, die von verschiedenen Herstellern auf den Markt kommen sollen.

Einen prominenten Neuzugang konnte Loongson tatsächlich vorweisen. Der taiwanische Hersteller Asus will mit dem XC-LS3A6M in Kürze ein erstes Mainboard aus seiner Produktion auf den Markt bringen, auf dem der 3A6000 von Loongson seinen Dienst tun wird. Dieses unterstützt unter anderem USB-C, DDR4-RAM, zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse und kurioserweise auch noch COM- und VGA-Ports.

Zusammenfassung
  • Loongson 3A6000 auf Niveau von Intel Core i3 der 10 Generation
  • Vierkern-Prozessoren mit LoongArch-Architektur und SMT2-Technologie
  • Taktrate der neuen Chips beträgt bis zu 2,5 GHz
  • Leistungssteigerung von 60% im Single-Core gegenüber Vorgänger
  • Ziel ist eine Alternative zu Intel-Chips für Mainstream-PCs
  • Unterstützung für DDR4-RAM; Fertigung im 12-Nanometer-Prozess
  • Wachsendes Software-Ökosystem und Pläne für 60 neue Produkte
Verwandte Themen
Intel
☀ Tag- / 🌙 Nacht-Modus
Desktop-Version anzeigen
Impressum
Datenschutz
Cookies
© 2024 WinFuture