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Virgin Atlantic:
Erster Transatlantikflug mit klimaneutralem Treibstoff

Die britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic absolvierte gestern den ersten Transatlantikflug eines Verkehrsflugzeugs, das vollständig von "nachhaltigem" Düsentreibstoff angetrieben wurde - eine richtige Lösung ist das aber weiterhin nicht.
29.11.2023  17:11 Uhr

Hoffnung für die Branche

Aktuell sind Flugreisen mit die klimaschädlichste Art, wie man sich von einem Punkt zum nächsten bewegen kann. Und während in anderen Bereichen Alternativen in Sicht sind oder bereits genutzt werden, steckt die Branche bei der Suche nach einem umweltfreundlichen Antrieb noch ziemlich am Anfang. Die beste Option scheint immer noch die Hoffnung auf halbwegs bezahlbare E-Fuels. Der Flug VS100 wurde mit einer Sondergenehmigung ohne zahlende Passagiere durchgeführt und verwendete Kraftstoff, der hauptsächlich aus Talg und anderen Abfallprodukten hergestellt wurde. Es gab bereits Flüge, bei denen bis zu 50 Prozent des Treibstoffs aus Abfällen oder anderen Quellen stammten, jetzt sollten es erstmals 100 Prozent sein. Die Reise des Boeing 787 Dreamliner führte dann von London Heathrow nach New York.


Der am Dienstag von Virgin Atlantic durchgeführte Flug, der zum Teil von der britischen Regierung finanziert wurde, wurde von der Luftfahrtindustrie und den zuständigen Ministern als Beweis für das Potenzial gefeiert, die Netto-Kohlenstoffemissionen aus dem Flugverkehr erheblich zu senken. "Der heutige Flug, der zu 100 % mit SAF (nachhaltige Flugkraftstoffe) betrieben wird, zeigt, wie wir den Verkehr sowohl jetzt als auch in Zukunft dekarbonisieren können", sagte der britische Verkehrsminister Mark Harper.

Skalierung zweifelhaft

Wissenschaftler und Umweltgruppen sind aber äußerst skeptisch. Denn hier hat man es mit dem gleichen Problem zu tun, das auch bei vielen anderen alternativen Kraftstoffen besteht: Es ist technisch wirklich kein Problem, Bio-Kraftstoffe oder E-Fuels zu verwenden, um einen Motor oder ein Triebwerk anzutreiben.

Der Haken an der Sache ist aber die Skalierung. Denn letztlich muss im Luftverkehr nicht nur ein einzelner Flug versorgt werden. Weltweit sind derzeit fast 25.000 Passagier- und Frachtmaschinen unterwegs, die riesige Mengen Kerosin verbrennen. Wenn man diese mit dem genannten Alternativ-Kraftstoff versorgen wollte, dürfte man zügig an die Grenzen der verfügbaren Rohstoffe kommen und müsste direkt wieder auf fossile Treibstoffe zurückgreifen.

Zusammenfassung
  • Erster Transatlantikflug mit 100% "nachhaltigem" Treibstoff
  • Flugreisen gelten als klimaschädlichste Transportart
  • Luftfahrtindustrie sucht nachhaltige Antriebsalternativen
  • Virgin Atlantic nutzt Treibstoff aus Talg und Abfallprodukten
  • Flug VS100 von London nach New York ohne zahlende Passagiere
  • Britischer Verkehrsminister sieht Potenzial zur Dekarbonisierung
  • Skepsis über Skalierbarkeit von alternativen Kraftstoffen
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