X

Nächster PV-Hersteller vor Problemen: Entlassungen bei Solarwatt

Die Nachfrage nach Solarmodulen ist in den letzten Jahren zwar weiter angestiegen, doch dies bedeutet nicht zwangsläufig einen Boom bei den hier ansässigen Herstellern. So hat das Dresdner Unternehmern Solarwatt jetzt Entlassungen angekündigt.
28.11.2023  14:56 Uhr

Job ist nach Weihnachten weg

Die Firma wird bald 85 Mitarbeiter entlassen. Das bestätigte Solarwatt-Sprecher Jens Secker gegenüber dem MDR. Die Betroffenen müssten sich bereits mit dem Jahreswechsel einen neuen Job suchen, hieß es. Hintergrund dessen seien Herausforderungen auf dem internationalen Markt. Dabei geht es im Grunde um die gleichen Probleme, die auch den einzigen europäischen Hersteller von Solarzellen, Meyer Burger, veranlasst, eine Verlagerung seiner Produktion in die USA zu erwägen. "Schnelle und unbürokratische Antworten der europäischen und deutschen Politik auf die ungleichen Bedingungen im Wettbewerb mit chinesischen und US-amerikanischen Herstellern sind bisher leider ausgeblieben", hieß es seitens Solarwatts.

Konkret geht es darum, dass der Weltmarkt nahezu komplett von chinesischen Solarzellen-Herstellern dominiert wird, die mit staatlicher Unterstützung niedrigste Preise erreichen und gegen die deutsche Unternehmen international kaum konkurrenzfähig sind. Und als hierzulande die Nachfrage aufgrund der Energiekrise durch die Decke ging, nutzten dies die großen Produzenten aus Fernost, um massenhaft günstige Module auch hierzulande auf den Markt zu bringen.

Förderung hängt fest

Zeitweise wirkte sich dies auf eine kleinere Firma wie Solarwatt kaum aus, denn alles, was auf dem Markt irgendwie verfügbar war, wurde sofort aufgekauft und auf die Dächer oder die Freiflächen-Ständerwerke geschraubt. Inzwischen normalisiert sich die Nachfrage allerdings wieder etwas und für die aktuellen Absatzmöglichkeiten ist die Zahl von 850 Beschäftigten in Dresden zu hoch, hieß es.

Um die eigene Branche zu stützen, wird insbesondere in den Regierungsfraktionen aktuell diskutiert, wie eine Förderung aussehen könnte. Im Gespräch ist unter anderem ein Modell, über die bereits vorhandenen Förderungen für erneuerbare Energieträger eine besondere Unterstützung zu gewähren, wenn hauptsächlich Komponenten aus Europa verbaut werden. SPD und Grüne stehen hinter einem solchen Modell, die FDP hingegen nicht.

Zusammenfassung
  • Nachfrage nach Solarmodulen steigt, lokale Hersteller leiden
  • Solarwatt Dresden kündigt Entlassungen an
  • 85 Mitarbeiter müssen sich ab Jahreswechsel neue Jobs suchen
  • Ungleiche Wettbewerbsbedingungen belasten deutsche Firmen
  • Chinesische Hersteller dominieren Markt mit Staatsunterstützung
  • Solarwatt kaum konkurrenzfähig gegen günstige Importe
  • Diskussionen über Förderung europäischer Solarindustrie
Verwandte Themen
Solarenergie
☀ Tag- / 🌙 Nacht-Modus
Desktop-Version anzeigen
Impressum
Datenschutz
Cookies
© 2024 WinFuture