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Kann peinlich werden:
Plex informiert Freunde über angesehene Videos

Viele Nutzer des Medienservers Plex zeigten sich dieser Tage irritiert bis beunruhigt. Denn der Dienst präsentierte ihnen per E-Mail einen Wochenrückblick, in dem zu sehen war, was sich Freunde und sie selbst auf der Plattform angesehen haben.
28.11.2023  08:16 Uhr

Mehr Community wagen

Laut eines Berichtes des US-Magazins 404media wurden einige User so unter anderem darüber informiert, welche Erotikinhalte ihre Kontakte in der letzten Zeit konsumiert hatten. Entsprechend hatten sie natürlich auch die Befürchtung, dass eventuell selbst angesehene Inhalte dieser Art anderen Menschen präsentiert wurden. Plex ist eine Mischung aus Streaming-Dienst und selbst gehostetem Medienserver. Der Dienst bietet nicht nur Inhalte an, die Plex selbst lizenziert hat, sondern ermöglicht es den Nutzern auch, ihren privaten Streaming-Dienst einzurichten, indem sie lokal gespeicherte Videos zum Streamen über das Internet auf Geräte bereitstellen, die dem jeweiligen Nutzer selbst gehören. Es ist auch möglich, sich mit anderen Usern zu verknüpfen und diesen Zugang zu den eigenen Inhalten zu geben.


Letztere Funktion wollten die Plex-Entwickler nun wohl ausbauen und den Community-Aspekt auf diese Weise stärken. Im Zuge dessen wurde unter "Discover Together" ein neuer "Activity"-Tab eingeführt, der versprach: "Sehen Sie, was Ihre Freunde gesehen, bewertet, zu ihrer Watchlist hinzugefügt oder mit Ihnen geteilt haben." Diese Aktivitäten werden auch in einem "Wochenrückblick" per E-Mail an Plex-Nutzer und Personen, die Zugang zum privaten Server haben, übermittelt.

User beschweren sich

Das führte zu ordentlich Aufregung in der Community. In diversen Social Media-Foren beklagten sich Anwender darüber, dass ihre Kontakte ohne weitere Rückfrage über die von ihnen gesehenen Inhalte informiert wurden. "Discover Together und Wochenrückblick-E-Mails sind ein GROSSER Bruch der Privatsphäre und des Vertrauens", hieß es beispielsweise.

Ein User brachte es in den Plex-eigenen Foren auf den Punkt: "Ich sehe, dass einer meiner Freunde anscheinend eine Menge kitschiges Softporno-Zeug (man denke an klassische 'Skinemax'-Kost) von irgendeinem Server (es ist nicht meiner) oder Plex-Kanal anschaut, und ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass er beschämt wäre, wenn er wüsste, dass ich das weiß."

Geteilt werden dabei wohl nur Inhalte, die einen Eintrag in der Film-Datenbank IMDB haben - was zumindest auf Hardcore-Pornos nicht zutrifft. Es dürfte für viele Nutzer aber bereits hinreichend unangenehm sein, wenn ihre Kontakte beispielsweise über Vorlieben in anderen Bereichen informiert werden. Plex teilte in einer ersten Stellungnahme mit, dass man die Nutzer eigentlich über den Start der neuen Funktion informierte und auch keine Inhalte teile, die als nicht jugendfrei gekennzeichnet sind - was aber eben nicht unbedingt sämtliche Softcore-Erotik umfasst.

Zusammenfassung
  • Plex-Nutzer erhielten irritierenden Wochenrückblick per E-Mail.
  • E-Mail zeigte gesehene Inhalte, inklusive Erotik, der Freunde.
  • Plex kombiniert Streaming mit privatem Medienserver.
  • Neue "Discover Together"-Funktion soll Community stärken.
  • "Activity"-Tab führt zu Datenschutzbedenken und Kritik.
  • Nutzer beklagen Bruch der Privatsphäre durch Plex.
  • Plex versichert, keine nicht jugendfreien Inhalte zu teilen.
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