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Wenn's eilt, besser E-Mail: Post soll langsamer, aber zuverlässiger werden

80 Prozent der Briefe müssen am Folgetag zugestellt sein. Jetzt schickt sich das Wirtschaftsministerium an, der Post mit einer Änderung des Gesetzes mehr Zeit zu geben. Die Post könnte Kosten senken und Energie sparen, Gewerkschaften gefällt der Plan gar nicht.
27.11.2023  13:37 Uhr

Zukunft der Briefzustellung: Was ändert sich?

Seit einer Reform Ende der 90er-Jahre hat sich das Postgesetz nicht mehr grundlegend verändert. Im gleichen Zeitraum konnten E-Mails und andere neue Kommunikationsmittel große Teile der Briefe ersetzt. Alleine in den letzten 5 Jahren hat sich die Zahl der täglichen Briefe von 60 Millionen auf 40 Millionen reduziert. Unter diesen Vorzeichen schraubt das Wirtschaftsministerium an einer Gesetzesänderung. Einer der zentralen Punkte des Vorschlags: Statt wie bisher 80 Prozent der eingeworfenen Briefe am Folgetag zustellen zu müssen, soll die Post in Zukunft mehr Zeit bekommen - dafür aber auch höhere Garantie-Werte erreichen als bisher. Demnach müssten mindestens 95 % der Briefe bis zum dritten Arbeitstag zugestellt sein, am vierten Arbeitstag nach der Einlieferung müssten 99 Prozent der Briefe beim Empfänger landen.


Der Netzagentur will man Mittel an die Hand geben, bei Mängeln in der Postzustellung gegen das Unternehmen Sanktionen aussprechen zu können - unter anderem in Form von Buß- und Zwangsgeldern. Der Gesetzgeber will diese Anpassungen auch vornehmen, weil die Zahl der Beschwerden zu Problemen mit der Zustellung in den letzten Jahren stark zugenommen hat.

Gewerkschaft besorgt

Die Gewerkschaft Verdi schaut mit gemischten Gefühlen auf die Vorhaben. Durch die Regeländerung seien Arbeitsplätze massiv gefährdet. Man erwartet, dass die Kostensenkungen durch die verlängerte Briefzustellzeit von der Post für Stellenstreichungen genutzt wird.

Die Arbeitervertreter sehen im neuen Gesetz aber auch wichtige positive Änderungen. Pakete über 10 Kilogramm sollen künftig gekennzeichnet werden müssen. Eine einfache Maßnahme, um alle an der Zustellung Beteiligten vor Schäden durch falsche Handhabung zu schützen. "Unzureichend und realitätsfern ist jedoch die Möglichkeit, dass Pakete, die ein Einzelgewicht von 20 Kilogramm übersteigen, in der Ein-Personen-Zustellung bleiben", so Verdi laut Bericht der SZ.

Zusammenfassung
  • Gesetz soll Post mehr Zeit für Zustellung geben.
  • Briefmenge sank von 60 auf 40 Millionen in 5 Jahren.
  • Mindestens 95 % der Briefe bis zum dritten Tag.
  • Netzagentur könnte bei Mängeln Bußgelder verhängen.
  • Verdi befürchtet durch Gesetz Arbeitsplatzabbau.
  • Pakete über 10 kg müssen künftig markiert sein.
  • Kritik an Ein-Personen-Zustellung schwerer Pakete.
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