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Sharehoster kam lange durch - knickt nun vor neuem EU-Gesetz ein

Die neuen gesetzlichen Regelungen in der EU führen nun auch dazu, dass ein großer Sharehoster sein Geschäftsmodell radikal umbaut. Bisher konnte der sich in einer Grauzone bewegende Dienst Uloz diverse juristische Angriffe abwehren, was sich nun aber ändern dürfte.
27.11.2023  08:23 Uhr

Es ging lange gut

Der tschechische Anbieter hatte seinen Service so gestaltet, dass es bisher immer wieder gelang, Klagen der Medienbranche ins Leere laufen zu lassen. Und dies, obwohl man den Austausch von Inhalten kaum weniger offen ermöglichte als zahlreiche andere Plattformen in dem Bereich. Rechteinhaber schafften es nur in Einzelfällen, die Verbreitung bestimmter Inhalte zu blockieren, Attacken auf den gesamten Dienst waren hingegen nicht erfolgreich. So versuchte die Medienbranche beispielsweise, Uloz dazu zu zwingen, Upload-Filter einzurichten, die einen Austausch urheberrechtlich geschützter Inhalte grundlegend unterbinden. Das Unternehmen wehrte sich mit dem Hinweis dagegen, dass solche Filter schnell zu einer Übersperrung führen - und die daraus folgende Beschränkung des Zugangs zu legalen Inhalten würde ihrerseits wieder gegen EU-Recht verstoßen.


Mit dem neuen Digital Services Act (DSA) hat die EU aber neue Regelungen für große Plattformen eingeführt und legt den Betreibern eine größere Verantwortung auf. Vor diesem Hintergrund hat man sich bei Uloz nun entschieden, den eigenen Service grundlegend umzubauen. Wie das Unternehmen laut eines Berichts des Magazins TorrentFreak mitteilte, werden die Nutzer des Angebots ab dem 1. Dezember 2023 nur noch Dateien herunterladen können, die sie selbst hochgeladen haben.

Kündigung möglich

"Wir haben immer sorgfältig darauf geachtet, dass der Betrieb von Uloz.to im Einklang mit der geltenden tschechischen und europäischen Gesetzgebung steht. Dies wurde wiederholt durch Gerichtsentscheidungen in Streitfällen bestätigt, die oft gezielt gegen uns geführt wurden", erklärte Jan Karabina, der Chef des Unternehmens.

"Um auch in Zukunft alle rechtlichen Kriterien zu erfüllen, insbesondere im Zusammenhang mit der neuen europäischen Gesetzgebung, führen wir ab dem 1. Dezember 2023 wesentliche Änderungen an der Funktionsweise des Cloud-Speichers Uloz.to Disc ein." Dies ist damit verbunden, dass zahlende Premium-Kunden ihre Abos kündigen und in kostenlose Tarife wechseln können. Dann bleiben hochgeladene Inhalte trotzdem weiter auf dem Speicher.

Zusammenfassung
  • EU-Gesetze zwingen Sharehoster Uloz zum Geschäftsmodell-Umbau.
  • Uloz konnte bisher Klagen der Medienbranche oft abwehren.
  • Medienbranche scheiterte mit Forderung nach Upload-Filtern.
  • Neuer EU Digital Services Act erhöht Verantwortung der Plattformen.
  • Uloz ändert Service: Nutzer laden nur eigene Dateien herunter.
  • Uloz-Chef betont bisherige Rechtskonformität des Dienstes.
  • Ab 1. Dezember können Premium-Kunden zu Gratis-Tarifen wechseln.
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