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Ein peinlicher Klick in Teams: Deutsche Firma verklagt jetzt Nvidia

Für den ehemaligen Ingenieur eines Autozulieferers ist eine Unachtsamkeit während einer Videokonferenz wohl nicht nur persönlich ein Problem. Auch sein neuer Arbeitgeber, der Chiphersteller Nvidia, muss sich nun mit einer Klage auseinandersetzen.
23.11.2023  15:27 Uhr

Der Ups-Moment im Meeting

Die Firma Valeo Schalter und Sensoren beschuldigt den Mann, bei seinem Wechsel zu dem US-Konzern Geschäftsgeheimnisse mitgenommen zu haben. Es geht hier um Codes für die KI-Routinen, die bei Systemen für das autonome Fahren benötigt werden. Dass der Ingenieur diese auf dem Arbeitsplatz-Rechner bei seinem neuen Arbeitgeber vorhält, lässt sich schwerlich leugnen, wie aus einem Bloomberg-Bericht hervorgeht. Immerhin hatte er sich selbst während einer Videokonferenz über Microsoft Teams verraten. Als er gerade seinen Bildschirm teilte, um den anderen Teilnehmern eine Powerpoint-Präsentation vorzuführen, minimierte er diese versehentlich. Im Hintergrund kam der geöffnete Quellcode seines Ex-Arbeitgebers zum Vorschein.


Der sichtbare Quellcode gehörte zu einer größeren Sammlung, die der Mann vor seiner Kündigung vom Arbeitsplatz bei Valeo an seinen persönlichen E-Mail-Account weitergeleitet hatte. Es soll hierbei um mehrere tausend Dateien mit einem Umfang von rund sechs Gigabyte gegangen sein. An der Videokonferenz nahmen auch Mitarbeiter von Valeo teil, die umgehend einen Screenshot anfertigten.

Angeblich kein Schaden

Der ehemalige Arbeitgeber hatte ihn bereits persönlich erfolgreich verklagt. Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei interne Dokumente und Entwicklungs-Hardware gefunden. Der Ingenieur wurde daraufhin bereits zu einer Strafe von 14.400 Euro verurteilt. Dass der Code auch auf einem Arbeitsplatz-PC bei Nvidia auftaucht, lässt natürlich auch den Verdacht aufkommen, dass der US-Konzern von der Sache profitiert - was im Zuge des Verfahrens geklärt werden soll.

Anwälte Nvidias erklärten allerdings: "Nvidia hat kein Interesse an Valeos Code oder dessen angeblichen Geschäftsgeheimnissen." Man kooperiere in der Sache auch mit den deutschen Strafverfolgungsbehörden. Eine interne Untersuchung des Vorfalls hätte ergeben, dass der Ingenieur keinen Schaden verursacht hat.

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Zusammenfassung
  • Ingenieur verrät Geschäftsgeheimnisse in Videokonferenz
  • Nvidia muss sich wegen Klage auseinandersetzen
  • Codes für autonome KI-Routinen von Valeo entwendet
  • Quellcode bei Bildschirmteilung auf Microsoft Teams sichtbar
  • Mehrere tausend Dateien an Privatmail gesendet
  • Ingenieur zu 14.400 Euro Strafe verurteilt
  • Nvidia streitet Interesse an Valeos Geheimnissen ab
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