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TikTok-Nutzer preisen bin Laden und das Netzwerk hat nun ein Problem

Das auf User-Videos spezialisierte, aus China stammende Netzwerk TikTok wird schon lange für viele seiner Inhalte gerügt und landet immer wieder im Visier von Politkern und anderen Kritikern. Nun aber könnten TikTok bzw. dessen Nutzer den Bogen überspannt haben.
17.11.2023  13:45 Uhr

TikTok: beliebt, aber kontrovers

TikTok ist beliebt, vor allem bei Jugendlichen, und das ist ein Problem. Denn der Plattform wird immer wieder vorgeworfen, zu wenig gegen Hassrede, dubiose Inhalte und andere kontroverse Themen wie gefährliche Challenges zu unternehmen. Dazu kommt, dass es immer wieder Vorwürfe im Zusammenhang mit Datenschutz gibt, entsprechend laut sind schon lange die Rufe nach einem Verbot des Netzwerks. Aktuell könnten besonders naive Nutzer von TikTok dafür verantwortlich sein, dass Kritiker - vor allem in den USA - den letzten Nagel in den Sarg des Netzwerks einschlagen können. Denn in den vergangenen Tagen verbreiteten sich auf TikTok Videos, in denen Nutzer einen Brief Osama bin Ladens zitieren und auch immer wieder preisen. Hintergrund ist hier der Krieg Israels gegen die Hamas (via The Hill).

Dabei handelt es sich um eine Rechtfertigung des Terrorpaten für die Anschläge vom 11. September 2001. Der "Letter to America" ist ein an Fundamentalismus und Antisemitismus strotzendes Pamphlet, das bis in jüngster Vergangenheit auch auf der Seite des britischen Guardian in einer übersetzten Form zu finden war.

Diesen hat das renommierte Blatt mittlerweile entfernt und schreibt als Begründung: "Das auf unserer Website veröffentlichte Transkript wurde in den sozialen Medien weithin ohne den vollständigen Kontext geteilt. Deshalb haben wir uns entschlossen, es zu entfernen und die Leser stattdessen auf den Nachrichtenartikel zu verweisen, in dem es ursprünglich stand."

TikTok löscht "aggressiv"

TikTok hat mittlerweile mitgeteilt, dass man "aggressiv" alle Inhalte löschen wird, die die Bin-Laden-Propaganda zum Inhalt haben bzw. diese loben. "Inhalte, die für diesen Brief werben, verstoßen eindeutig gegen unsere Regeln zur Unterstützung jeglicher Form von Terrorismus. Wir werden diese Inhalte proaktiv und aggressiv entfernen und untersuchen, wie sie auf unsere Plattform gelangt sind", schreibt TikTok in einem Statement auf X. Allerdings bestreitet man auch, dass es sich um viele Videos handelt und diese "trenden" würden, zudem verweist man auch darauf, dass solche Inhalte auch woanders zu finden seien.

Ersteres kann und muss man aber infrage stellen, denn es gab auf TikTok viele (mittlerweile gelöschte) Videos, die mehrere Millionen Aufrufe hatten und auch auf hunderttausende Likes kamen. Das Ganze hat ein gewaltiges mediales Echo ausgelöst und dürfte für die vielen Kritiker von TikTok ein gefundenes Fressen sein.

Zusammenfassung
  • TikTok wegen Inhalten und Datenschutz kritisiert
  • Nutzer verbreiten Bin-Laden-Brief-Videos
  • Inhalte fördern Terrorismus und Antisemitismus
  • Guardian entfernt Brief wegen Kontextmangel
  • TikTok löscht Bin-Laden-Propaganda
  • Gelöschte Videos hatten Millionen Aufrufe
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