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Direkt Geld zurück für Kunden: VZBV mit Sammelklage gegen Vodafone

Verbraucherschützer wollen die einseitige Preiserhöhung durch den Telekommunikationskonzern Vodafone nicht einfach hinnehmen. Mit den neuen Möglichkeiten der Sammelklage zieht man jetzt vor Gericht - teilnehmende Kunden können direkt entschädigt werden.
14.11.2023  13:19 Uhr

Schneller zur Entschädigung

Vodafone hatte die monatlichen Gebühren für Festnetz- und Internet-Anschlüsse vor einigen Monaten um 5 Euro monatlich angehoben. Das Unternehmen begründete dies unter anderem mit Preissteigerungen im Energiebereich und bei anderen Posten, die die Betriebsausgaben steigen lassen und die man nun an die Nutzer weitergeben müsse. Aus Sicht des Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV) fehlt aber eine rechtliche Grundlage für die Erhöhung. Stellvertretend für die Millionen betroffener Verbraucher zieht die Organisation jetzt vor Gericht. "Der VZBV hält die Preiserhöhungen von Vodafone für unwirksam. Mit der Sammelklage setzen wir uns dafür ein, dass Millionen Vodafone-Kund:innen Geld direkt wiederbekommen können", sagte VZBV-Chefin Ramona Pop.

VZBV-Chefin Ramona Pop erklärt die Sammelklage gegen Vodafone
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Die Verbraucherschützer machen sich dabei das neue Instrument der Sammelklage zunutze. Bisher konnten Verbände nur mit einer Musterfeststellungsklage eine grundsätzliche rechtliche Einschätzung erwirken. Betroffene Kunden mussten anschließend selbst bei den Gerichten vorstellig werden, um eine Entschädigung zu erhalten. Das ist nun nicht mehr der Fall.

Verbessertes Instrument

"Die Sammelklage macht es Verbrauchern leicht, sich gegen die Erhöhung zu wehren", so Pop. Sie müssen sich dafür lediglich ins Klageregister des Bundesamts für Justiz eintragen. Sobald dies für den vorliegenden Fall möglich ist, wird der VZBV gesondert darüber informieren - Interessenten können sich unter www.sammelklagen.de/vodafone vormerken lassen. Dann kann der Verband im besten Fall eine Entschädigung einklagen, die Vodafone dann direkt an alle registrierten Betroffenen auszahlen müsste.

Die Neuerung kann sich zum wichtigen Instrument für den Verbraucherschutz entwickeln. Denn: "Fünf Euro Mehrkosten pro Monat sind für viele Menschen viel Geld", so Pop. Im Jahr geht es hier immerhin um 60 Euro, die man mehr einkalkulieren muss. Allerdings ist es mit erheblich höheren Ausgaben verbunden, gegen einen solchen Betrag vor Gericht vorzugehen, weshalb viele Verbraucher vor einem solchen Schritt zurückschrecken würden.

Zusammenfassung
  • VZBV klagt gegen Vodafones Preiserhöhung
  • Gebühren um 5 Euro/Monat erhöht
  • VZBV sieht keine rechtliche Basis
  • Sammelklage statt Musterfeststellungsklage
  • Verbraucher ins Klageregister eintragen
  • www.sammelklagen.de/vodafone für Vormerkung
  • Sammelklage kann Verbraucherschutz stärken
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