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Unity: Gebührenmodell scheitert, also werden nun Entwickler gefeuert

Die Spiele-Engine Unity wollte ein neues Gebührenmodell einführen, hier sollten Partner zur Kasse gebeten werden. Denn das Lizenzmodell sah im Prinzip eine Bezahlung pro Installation vor. Es folgte ein Shitstorm und dann die Rolle rückwärts. Doch nun müssen wohl Mitarbeiter gehen.
10.11.2023  15:16 Uhr

Gewinne steigen, Mitarbeiter müssen trotzdem gehen

Sechs Prozent, 19 Prozent und 24 Prozent: Das sind im Fall der Laufzeit- und Entwicklungsumgebung Unity die vielleicht wichtigsten Zahlen. Es sind Zahlen, die zeigen, dass Kapitalismus nicht immer etwas mit Vernunft oder gar sozialem Gewissen zu tun hat. Denn diese Werte sind das prozentuale Plus beim Gewinn (EBITDA) in den letzten drei Quartalen (PDF), also jenen von 2023, im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresvierteljahr. Konkret waren es 32 Millionen Dollar, 99 Millionen Dollar und 131 Millionen Dollar - Tendenz ist also ebenfalls steigend. Dennoch wird Unity diverse Kosteneinsparungen durchführen, konkret spricht man von "wahrscheinlicher" Einstellung bestimmter Produktangebote, dem Abbau von Personal und der Verkleinerung der Bürofläche. Diese Maßnahmen sollen bis zum Ende des ersten Quartals 2024 abgeschlossen sein.


Besonders bitter ist das für die Mitarbeiter, die sich neue Jobs suchen müssen. Denn sie müssen im Wesentlichen für die Fehler eines Managements, allen voran des mittlerweile zurückgetretenen CEO John Riccitiello büßen. Der ehemalige Chef von Electronic Arts (er fiel bereits dort als skrupelloser Unsympathieträger auf) war der Vater des geplanten Gebührenmodells, das Unity-Partner pro Installation eines Spiels zur Kasse bitten wollte. Diese Idee ging nach hinten los und führte zu einem Shitstorm, nebenbei ruinierte sich Unity damit auch sein Image bei so manchem Endkunden, also Spieler.

Nun folgen Entlassungen, denn vermutlich rechnet man bei Unity damit, dass man demnächst nicht mehr ganz so gute Zahlen hat. Die aktuellen Quartalsergebnisse sind übrigens im Rahmen der Erwartungen. Dazu das Unternehmen: "Der Umsatz lag zwar im Rahmen der Prognosen, aber wir glauben, dass wir mehr erreichen können" - mit "besser" sind aber zweifellos nicht die Mitarbeiter gemeint, sondern die Aktionäre.

Zusammenfassung
  • Unity wollte Gebühren pro Installation
  • Shitstorm führte zu Rückzug des Plans
  • Trotz Gewinnplus Entlassungen geplant
  • Ex-CEO Riccitiello für Gebührenmodell verantwortlich
  • Mitarbeiter leiden unter Managementfehlern
  • Kosteneinsparungen trotz guter Quartalsergebnisse
  • Fokus auf Aktionärsinteressen, nicht Mitarbeiter
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