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FTX-Gründer in allen Punkten schuldig, bis zu 110 Jahre Haft möglich

FTX war ein Überflieger der Krypto-Szene, ihr Chef und Gründer wirkte wie ein netter Nerd von nebenan und weniger wie ein Topmanager, der mit Milliardenbeträgen hantiert. Doch letzteres wäre für Kunden besser gewesen und nun wurde Sam Bankman-Fried schuldig gesprochen
03.11.2023  08:52 Uhr

Sam Bankman-Fried: Betrug und Geldwäsche

Denn Sam Bankman-Fried, kurz gerne auch SBF genannt, war persönlich für den Verlust und die Veruntreuung von vielen Millionen Dollar verantwortlich. Das bestätigte nun ein Gericht. Denn wie die New York Times berichtet, wurde der 31-jährige Gründer und Chef der Kryptohandelsplattform FTX wurde in allen sieben gegen ihn erhobenen Anklagepunkten, darunter Betrug und Geldwäsche, schuldig gesprochen. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig, es wird auch erwartet, dass SBF in Berufung geht. Die Anklagepunkte, die neben FTX auch noch Bankman-Frieds Unternehmen Alameda Research betreffen, haben einzeln in den meisten Fällen ein maximales Strafmaß von bis zu 20 Jahren, zusammengerechnet ergibt das eine Haftstrafe von bis zu 110 Jahren, die Bankman-Fried droht. Deren Bekanntgabe ist derzeit für den 28. März 2024 angesetzt.

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FTX und Alameda Research

Bankman-Fried wurde im Dezember 2022 auf den Bahamas verhaftet, zuvor war es zu einem spektakulären Kollaps von FTX gekommen. SBF selbst sah FTX und das von seiner Freundin Caroline Ellison geleitete Schwesterunternehmen Alameda Research als eine Art Selbstbedienungsläden. Er entnahm nicht nur Gelder, um sich einen luxuriösen Lebensstil zu ermöglichen, sondern transferierte diese auch auf illegale Weise, um Alameda Research finanziell zu stützen.

Nach außen gab Bankman-Fried den etwas schrulligen Mathematiker und inszenierte sich auch gerne als großer und selbstloser Philanthrop. Das war auch ein Mittelpunkt der Verteidigung, dort stellte man SBF als Nerd dar, der sich mit "Kräften auseinandersetzen musste, die größtenteils außerhalb seiner Kontrolle lagen", so die NYT. Dieses Narrativ war allerdings kaum aufrechtzuerhalten, schon alleine deshalb, weil Ellison und die drei Top-Berater Bankman-Frieds sich schuldig bekannt haben.

Zusammenfassung
  • Sam Bankman-Fried, Gründer von FTX, schuldig gesprochen
  • In sieben Anklagepunkten für schuldig befunden
  • Urteil bislang nicht rechtskräftig, Berufung erwartet
  • Höchststrafe von bis zu 110 Jahren, Urteilsverkündung am 28.03.2024
  • Verhaftung im Dezember 2022 nach Kollaps von FTX
  • Veruntreuung für Luxusleben und Unterstützung von Alameda Research
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