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Irrelevant? Intel hat keine Angst vor neuen ARM-PCs mit Windows

Intel-Chef Pat Gelsinger versucht in Anbetracht der jüngst erfolgten Vorstellung eines neuen High-End-SoCs auf ARM-Basis von Qualcomm und geplanten Pendants von Nvidia und AMD abzuwiegeln. ARM-Chips seien keine Bedrohung für Intels Geschäft mit CPUs für Windows-PCs.
Intel
27.10.2023  12:30 Uhr

Intel-Chef sieht historische Belege für mangelnde Relevanz von ARM in PCs

Geht es nach Intel-CEO Gelsinger, dürfte von den ab Mitte 2024 erwarteten neuen High-Performance-Chips für Windows-PCs auf ARM-Basis vorerst keine Gefahr für sein Kerngeschäft mit x86-Prozessoren ausgehen. Während Qualcomm mit einer Vielzahl von Design-Wins für den neuen Snapdragon X Elite mit seiner Leistung auf Niveau des Apple M2 Max trommelt, übt sich Gelsinger in Skepsis. ARM und weitere Alternativen für Client-PCs mit Windows hätten im PC-Markt bisher eine unbedeutende Rolle gespielt, sagte Gelsinger anlässlich der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen des Chipgiganten. Man nehme zwar alle Wettbewerber durchaus ernst, doch sei die bisherige Historie wohl der beste Anhaltspunkt dafür, dass derartige Chips insgesamt nicht sonderlich signifikant sein dürften, hieß es weiter.


Microsoft erwartet deutlichen Anstieg des Anteils von ARM-PCs

Damit widersprach er gewissermaßen Microsoft, denn der Softwarekonzern hatte laut den Kollegen von The Register in der letzten Woche unter Berufung auf Marktbeobachter erklärt, der Marktanteil von ARM-PCs werde bis 2027 von derzeit 14 auf dann immerhin 25 Prozent zulegen. Intels Aktienkurs legte aufgrund guter Aussichten für den PC-Markt zwar heute ordentlich zu, erst in der letzten Woche ging es aber ein Stück abwärts, als bekannt wurde, dass Nvidia und AMD an ARM-basierten Chips für Windows-Systeme arbeiten sollen.

Trotz der potenziellen Bedrohung durch ARM-Chips in Windows-PCs gab sich Gelsinger zuversichtlich. Innerhalb der nächsten zwei Jahre werde es wohl mehr als 100 Millionen "AI-enhanced" PCs auf x86-Basis im Markt geben. ARM-Chips seien außerdem eine gute Gelegenheit für Intels Geschäft als Auftragsfertiger, weil man deren Anbieter gern als Kunden für die im Aufbau befindlichen neuen Fertigungskapazitäten begrüßen werde, so Gelsinger weiter.

Intel steckt seit Gelsingers Rückkehr als CEO Milliarden in neue Chipwerke, darunter auch zwei Fertigungsstätten in Magdeburg, mit denen man sich als großer Konkurrent von TSMC als Auftragsfertiger positionieren will. Anfang 2023 hatte man eine Kooperation mit ARM gestartet, die es den Anbietern von ARM-basierten Chips leichter machen soll, ihre Produkte bei Intels produzieren zu lassen.

Zusammenfassung
  • Intel-Chef Pat Gelsinger sieht keine Bedrohung durch ARM-Chips.
  • Qualcomm, Nvidia, AMD planen High-End-SoCs auf ARM-Basis für PCs.
  • Microsoft: Marktanteil von ARM-PCs werde bis 2027 auf 25% steigen.
  • Trotz Bedrohung durch ARM-Chips zeigt sich Gelsinger zuversichtlich.
  • Intel erwartet mehr als 100 Millionen "AI-enhanced"-PCs auf x86-Basis.
  • Intel sieht ARM-Chips als Geschäftschance.
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