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Streit um Frequenzen geht los: Mobilfunker vs. WLAN bei 6 GHz

Im Vorfeld der bald beginnenden World Radiocommunication Conference bekommt man einen Vorgeschmack davon, welche Konflikte es zukünftig um Funkfrequenzen geben dürfte. Mobilfunker fordern die Nutzungsrechte an Bändern ein, die auch für WLAN vorgesehen sind.
25.10.2023  16:51 Uhr

Anspruch erhoben

Im Mittelpunkt des Konflikts steht der obere Bereich des 6-GHz-Frequenzbandes. Einige Technologieunternehmen und auch nationale Regulierungsbehörden wollen den Bereich für die Nutzung im Rahmen von Wi-Fi-Anwendungen zur Verfügung stellen. Das soll vor allem die datenhungrigen VR- und AR-Brillen und ähnliche Geräte mit stabileren Verbindungen ertüchtigen. Allerdings erheben zunehmend auch die Mobilfunkunternehmen Anspruch auf die Spektren. Diese verweisen auf die starken Wachstumszahlen beim mobilen Traffic und können sogar Zeiträume benennen, in denen absehbar ist, dass die für den Mobilfunk bereitstehenden Spektren nicht mehr ausreichen werden, um die gesamte Nachfrage nach Datenverkehr abzudecken.


Ohne eine faire und ausgewogene Zuteilung von 6-GHz-Frequenzen könnten Mobilfunknutzer weltweit innerhalb von nur fünf Jahren mit einem großen Kapazitätsengpass konfrontiert werden", erklärte Alberto Ripepi, der bei Vodafone für die Netzinfrastruktur verantwortlich ist.

Feldversuch erfolgreich

Das Unternehmen verband die Forderung nach Zugang zu den Frequenzen gleich auch mit der Vorlage eines Berichtes über Testläufe von 5G-Anlagen mit den fraglichen Spektren. Mit einem entsprechend umgerüsteten Smartphone kam man bei dem Versuch in Spanien auf Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 5 Gigabit pro Sekunde - dem Doppelten dessen, was in den heutigen Netzen möglich ist.

Zwar ist die Reichweite des Mobilfunks in dem Frequenzbereich sehr begrenzt, da allerdings etwa 75 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs von Nutzern zu Hause, im Büro oder an geschlossenen öffentlichen Orten wie Cafés, Bars, Geschäften und Fitnessstudios stammt, könnte man hier mit entsprechenden lokalen Sendern deutliche Vorteile beim Netzausbau herausholen.

Zusammenfassung
  • Mobilfunker und Technologieunternehmen streiten um 6-GHz-Frequenzband
  • Band soll für datenhungrige VR- und AR-Brillen nutzbar gemacht werden
  • Mobilfunkunternehmen warnen vor Kapazitätsengpass ohne die Frequenzen
  • Vodafone erreicht in Testläufen 5 Gb/s Übertragungsgeschwindigkeit
  • Reichweite könnte durch lokale Sender kompensiert werden
  • 75% des mobilen Datenverkehrs entstehen an geschlossenen Orten.



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