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Hype um x86-Alternative nur eine Blase? RISC-V-Pionier streicht Jobs

Gerade jetzt nimmt der Markt rund um die alternative CPU-Architektur RISC-V Fahrt auf, doch bei einem Vorreiter in diesem Bereich gibt es jetzt überraschend weit­gehenden Kahlschlag. Die auf RISC-V-Chips spe­zialisierte Firma SiFive soll viele ihrer Mitarbeiter hinausgeworfen haben.
Siemens
25.10.2023  13:47 Uhr

Abteilung für vorgefertigte CPU-Designs geschlossen?

Laut einen Bericht des Journalisten und als CPU-Experten bekannten Dr. Ian Cutress hat es laut seinen Quellen bei SiFive jüngst eine weitreichende Entlassungswelle gegeben. Das Unternehmen habe hunderten Mitarbeitern gekündigt und den Großteil seiner Entwicklungsabteilung vor die Tür gesetzt, so Cutress in seinem Blog. Offenbar hat SiFive sich entschieden, die gesamte Unternehmenssparte, die auf die Entwicklung von vorgefertigten Lösungen für RISC-V+basierte CPUs zu streichen. Diese CPU-Designs konnten bisher von interessierten Kunden lizenziert werden, um sie ohne den sonst nötigen Entwicklungsaufwand in eigenen Chips zu verwenden. Der massive Einschnitt kommt vor allem deshalb überraschend, weil SiFive erst in der letzten Woche wieder zwei neue CPU-Designs für seine Lizenznehmer präsentiert hatte.


Konzentration auf Full-Custom-Designs erwartet

Künftig will sich das Unternehmen offenbar darauf konzentrieren, seine Dienste in Form der Entwicklung von individuell an die Bedürfnisse einzelner Kunden angepassten CPU-Designs anzubieten. Statt also wie bisher zweigleisig zu arbeiten, will das Unternehmen also offenbar nur noch im Bereich der Custom-Cores aktiv sein. Warum man so plötzlich so starke Veränderungen vornimmt, ist aktuell unklar.

SiFive bestätigte in einer Stellungnahme gegenüber Cutress lediglich, dass man tatsächlich personelle Veränderungen vornehme, um damit auf die sich ändernde Marktlage reagieren zu können. Man hoffe, durch die Umstrukturierung künftig flexibler zu sein, so die Firma in einer relativ kurzen Mitteilung. Laut dem CPU-Experten soll von SiFive derzeit nicht viel mehr übrig sein als ein kleines Team rund um den Firmengründer.

RISC-V gewann in den letzten Monaten zunehmend an Bedeutung, da es als Open Source ISA eine offene Alternative zu den proprietären x86- und ARM-Architekturen darstellt. Zunächst schlossen sich diverse Größen der Techbranche einem neuen Verband für die Entwicklung von RISC-V-Chips, bevor dann erst vor wenigen Tagen mit Qualcomm ein Schwergewicht der Chipbranche verkündete, dass man Wearables und später auch Smartphone-CPUs auf Basis von RISC-V entwickeln will.

Zusammenfassung
  • SiFive, Spezialist für RISC-V-Chips, entlässt viele Mitarbeiter
  • Großteil der Entwicklungsabteilung wurde gekündigt
  • Entwicklung vorgefertigter Lösungen für RISC-V-basierte CPUs gestrichen
  • Künftige Konzentration auf Entwicklung individueller CPU-Designs
  • Gründe für Umstrukturierung unklar, SiFive spricht von Marktveränderungen
  • Nur noch kleines Team um Firmengründer aktiv
  • RISC-V gewinnt als Open-Source-Alternative zu x86 und ARM an Bedeutung
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