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Überall vollwertige Seiten:
Microsoft entwickelt "virtuellen Browser"

Bei Microsoft macht man sich Gedanken darüber, wie man Web-Inhalte auch in nicht komplett abgespeckter Form auf Geräten zugänglich machen kann, die dafür nicht von Natur aus vorgesehen sind. Das Ergebnis erinnert ein wenig an einen Schlüsselloch-Blick auf die Seite.
24.10.2023  15:10 Uhr

Seiten-Streaming

Die Entwickler aus Redmond sprechen bei ihrem Konzept von einem virtuellen Webbrowser, der im Grunde auf jedem Gerät laufen kann, welches einen Bildschirm oder ein äquivalentes visuelles Ausgabesystem bereitstellt. Es ist dabei die Fortführung einiger ähnlicher Überlegungen aus früheren Jahren, die teils aber andere Anwendungen abdeckten. Die Funktionsweise ähnelt dabei dem Spiele-Streaming und wäre sogar noch einfacher umsetzbar: Demnach wird die jeweilige Webseite in einem Browser in einem Cloud-Datenzentrum gerendert. Auf das jeweilige Endgerät des Nutzers wird dann nur noch die visuelle Darstellung gestreamt.

Microsoft: Virtueller Browser

Dies könnte es beispielsweise ermöglichen, eine Webseite in ihrem Originalzustand etwa auf einer Smartwatch anzuzeigen. Das kleine Display auf der Uhr bietet natürlich keine sinnvolle Möglichkeit, die Inhalte in Gänze zu präsentieren. Stattdessen kann ein Ausschnitt gezeigt werden, der sich dann über Touch-Gesten schieben oder zoomen lässt.

Schont die Ressourcen

Gegenüber dem Einsatz eines einfachen Webbrowsers hätte dies vor allem den Vorteil, dass auf dem Gerät selbst deutlich weniger Ressourcen benötigt werden. Denn sowohl Prozessor als auch Akku in einer Smartwatch kommen schnell an ihre Grenzen, wenn so manche moderne Webseite, die eigentlich eine Anwendung auf Basis von massenhaft ausführbarem Code ist, umgesetzt werden soll.

Ob es allerdings je einen wirklichen Praxiseinsatz dieses Konzepts eines virtuellen Browsers geben wird, ist fraglich. Denn die Nachfrage, auf einem solchen Weg auf Webseiten zugreifen zu können, die sich ansonsten auch problemlos mit dem meist verfügbaren Smartphone rendern lassen, dürfte relativ gering sein. Zumindest hat sich Microsoft das Konzept aber jetzt patentieren lassen, sodass man im Falle des Falles bereit für die Umsetzung ist.

Zusammenfassung
  • Microsoft entwickelt Konzept für virtuellen Webbrowser
  • Browser kann auf jedem Gerät mit visuellem Ausgabesystem laufen
  • Webseiten werden in der Cloud gerendert, Darstellung gestreamt
  • Ermöglicht Anzeige auf Geräten wie etwa Smartwatches
  • Vorteil: Weniger Ressourcenverbrauch auf dem Endgerät
  • Praxiseinsatz des Konzepts ist noch unsicher
  • Microsoft hat sich das Konzept patentieren lassen.
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