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Activision-CEO Bobby Kotick geht - und niemand ist darüber traurig

Seit letzter Woche steht fest, dass Microsoft Activision Blizzard übernimmt. Damit endet auch die Ära Bobby Kotick, denn dieser wird nach einer kurzen Übergangszeit Ende des Jahres das Unternehmen verlassen - und es gibt praktisch niemanden, der deshalb traurig wäre.
17.10.2023  15:45 Uhr

Der meistgehasste CEO im Gaming-Geschäft

Es ist alles andere als ein Geheimnis, dass Bobby Kotick wegen seines Führungsstils innerhalb von Activision Blizzard alles andere als populär war. Denn im Verlauf der Jahre wurde der langjährige Chief Executive Officer des Publishers u. a. dafür kritisiert, selbst ein fettes und immer weiter steigendes Gehalt zu kassieren und gleichzeitig Massenentlassungen durchzuführen. Vor zwei Jahren gab es eine Flut an Kritik von außen, denn Kotick reagierte - freundlich formuliert - überaus unglücklich, nachdem Vorwürfe der sexuellen Belästigung, Diskriminierung und sogar Vergewaltigung gegenüber einer Reihe an Blizzard-Mitarbeitern auftauchten. Damals forderten mehr als tausend Angestellte seinen Rücktritt, doch auch diese Krise überlebte Kotick.

Doch mit der Übernahme wird Activision Blizzard endlich seinen ungeliebten Chef los und kaum jemand macht ein Geheimnis daraus, wie erleichtert man ist. So schrieb etwa Bloomberg-Reporter Jason Schreier zum Bekanntwerden des Vollzugs der Übernahme: "Ich habe diese Woche mit mehreren Activision Blizzard-Mitarbeitern gesprochen, die sich alle sehr darauf gefreut haben, dass dieses Geschäft zustande kommt." Auf Nachfrage meinte Schreier, dass die Mitarbeiter vor allem wegen der Änderung in der "C-Suite" aufgeregt seien und damit ist zweifellos vor allem eine Person gemeint: Bobby Kotick.

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Auch in den Medien ist das Echo eindeutig. So schreibt etwa Mike Drucker in The Gamer in einem Kommentar: "Auf Wiedersehen, Bobby Kotick. Du verlässt Activision zum Ende des Jahres. Das ist gut. Wie der wütende Mann in der schicken HBO-Show sagte, fuck off. Du hast es zugelassen, dass ein Unternehmen sich selbst zerreißt und einige seiner besten Franchises in die Luft jagt, während du das Leben der Mitarbeiter auf aggressive Weise ruiniert hast."

In einem wütenden Text meint Drucker, dass Kotick bewusst weggesehen hat, als Vorwürfe gegen Blizzard-Mitarbeiter ihm bekannt wurden - lange bevor diese an die Öffentlichkeit kamen: "Dein Handeln und deine Untätigkeit sind verantwortlich für den Schmerz und das Leid, das Menschen, die ich persönlich kenne, erfahren haben. Dir wird vorgeworfen, seit Jahren von sexuellem Fehlverhalten in deinem Unternehmen zu wissen, und du hast nichts unternommen, um zu helfen."

"Manche Menschen haben eine menschliche Seite, aber was auch immer du mit deiner Familie unternimmst oder wie viel Spaß du auf deinen Jachten hast, es spielt keine Rolle, wenn deine Managementstrategie im Grunde die Banalität des Bösen war", so Drucker weiter. "Bobby Kotick, du wirst dich vielleicht nie als schlechten Menschen sehen, aber zum Glück zählt deine eigene Meinung über dich nicht, wenn du in die Hölle aufgenommen wirst."

Zusammenfassung
  • Microsoft übernimmt Activision Blizzard, Bobby Kotick tritt zurück
  • Kotick war wegen Führungsstils und Massenentlassungen umstritten
  • Vorwürfe sexueller Belästigung und Diskriminierung
  • Mehr als tausend Mitarbeiter forderten damals Koticks Rücktritt
  • Mitarbeiter und Medien zeigen sich erleichtert über Koticks Abgang
  • Kotick wird vorgeworfen, Vorwürfe ignoriert zu haben
  • Kritiker beschreiben Koticks Führungsstil als "Banalität des Bösen"
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