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Derzeit nicht gesetzeskonform: Kein Windows Copilot für Europa

Demnächst erscheint Windows 11 Version 23H2, diese Version bietet eine Reihe an Verbesserungen und Anpassungen. Die vielleicht wich­tig­ste - aus Sicht von Microsoft - ist der Copilot, er bringt diverse KI-Funktionen direkt auf das Betriebssystem. Allerdings nicht in Europa.
Microsoft
27.09.2023  11:42 Uhr

Microsoft setzt voll auf das Thema KI

Der Redmonder Konzern hat das Thema KI schon vor längerem für sich entdeckt, und zwar durchaus erfolgreich. Denn die Integration von ChatGPT bzw. GPT-4 in Bing hat für viel Aufsehen gesorgt und die Microsoft-Suchmaschine wieder auf dem Radar vieler Nutzer platziert. Auch in Windows 11 sollen KI-basierte Funktionalitäten landen, genauer gesagt in Form des Copilot. Das ist ein seitliches Element bzw. Fenster, das ein erweitertes und auch für Windows und seine Funktionalitäten angepasstes ChatGPT-Interface bietet. Ob das sinnvoll ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, denn zumindest in der Beta- bzw. Preview-Phase kann man über den Mehrwert des Copilot durchaus diskutieren.

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Europäische Nutzer bleiben aber zunächst ohnehin außen vor. Das liegt aber nicht am häufig im Hinblick auf Software üblichen "USA zuerst, der Rest später", sondern an EU-Gesetzen. Denn Microsoft hat gegenüber Martin Geuß alias Dr. Windows bestätigt, dass der Copilot aufgrund des sogenannten Digital Markets Act (DMA) vorerst nicht nach Europa kommt.

"Zu den ersten Märkten für den Copilot in Windows gehören Nordamerika sowie Teile Asiens und Südamerikas, wobei der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) online geht, sobald wir einen Dienst bereitstellen können, der den EWR-Regeln entspricht", heißt es in einem Microsoft-Statement. Immerhin, so der Redmonder Konzern weiter: "Unser Ziel ist es, Copilot so schnell wie möglich in Windows im EWR verfügbar zu machen, der Zeitplan dafür wird derzeit erarbeitet."

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Einführung wohl erst 2024

Geuß fragte hierzu nach, ob es hier um den Digital Markets Act und die Einstufung von Windows als sogenannter Gatekeeper geht. Als solche werden Unternehmen und Produkte dann eingestuft, wenn sie starke wirtschaftliche Positionen, starke Vermittlungsposition (etwa eine große Nutzerbasis) sowie gefestigte und dauerhafte Präsenzen auf bestimmten Märkten haben.

Und das bestätigte Microsoft im Wesentlichen dann auch: "Wir arbeiten an einem ehrgeizigen Zeitplan, um Copilot für Windows in voller Übereinstimmung mit dem DMA in den EWR zu bringen, und wir werden weiterhin mit der Europäischen Kommission zusammenarbeiten, während diese Compliance-Bemühungen voranschreiten. Microsoft hat damit begonnen, Änderungen zu testen und zu implementieren, um bestimmte Dienste bis März 2024 vollständig mit dem Digital Markets Act der EU in Einklang zu bringen."

Weitere Details nennt Microsoft nicht, es klingt aber ganz danach, als müssten interessierte Windows-Nutzer bis zum nächsten Jahr warten, bis der Copilot auch bei uns verfügbar ist.

Zusammenfassung
  • Baldige Veröffentlichung von Windows 11 Version 23H2 mit KI-Funktionen
  • Neue Funktion "Copilot" bietet erweitertes ChatGPT-Interface
  • Integration von KI-Funktionen hat Microsoft-Suchmaschine Bing populär gemacht
  • Europäische Nutzer erhalten Copilot-Funktion wegen EU-Gesetzen vorerst nicht
  • Microsoft arbeitet an Anpassungen für Übereinstimmung mit dem Digital Markets Act
  • Ziel: Copilot-Funktion so schnell wie möglich in Europa verfügbar machen
  • Vollständige Übereinstimmung mit EU-Gesetzen für bestimmte Dienste bis März 2024
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