X

Solar- und Akku-Preise: Energiewende wird billiger als gedacht

Gegner der Energiewende behaupten seit vielen Jahren immer wieder, dass eine Umstellung auf regenerative Energien viel zu teuer ist. Dabei bestätigen auch aktuellste Untersuchungen: Es wird wesentlich billiger als gedacht, weil die Preise massiv sinken.
25.09.2023  16:13 Uhr

87 Prozent billiger

Zwei der wichtigsten Säulen der Energiewende sind die Stromerzeugung aus Photovoltaik und die Speicherung in Batterien. In beiden Bereichen sind die Kosten binnen der letzten zehn Jahre massiv nach unten gegangen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Mercator Research Institute MCC, die in der renommierten Fachzeitschrift Energy Research & Social Science veröffentlicht wurde. Laut der MCC-Studie wurde die Stromerzeugung aus Solarkraft in den letzten zehn Jahren um 87 Prozent günstiger. Bei Batteriespeichern gingen die Preise in dem Zeitraum um 85 Prozent zurück. Auch Windkraft, Wärmepumpen und weitere fossilfreie Technologien erleben einen starken Preisverfall, wenn auch nicht in gleichem Maße, hieß es.


Schon jetzt kosten Batterien in der großindustriellen Produktion weniger als 100 Dollar je Kilowattstunde - deutlich weniger, als in einer Publikation von vor zwei Jahren für das Jahr 2030 vorausgesagt wurde. Der Preisaufschlag für Batteriespeicherung, der Sonnenstrom in einem optimalen Mix flexibel verfügbar macht, sinkt laut MCC bis 2030 von aktuell 100 auf nur noch 28 Prozent. Inzwischen fahren daher die ersten auf Gewinn ausgerichteten Stromversorger alte Kohlekraftwerke herunter und ersetzen sie durch neue Hybridsysteme aus Solarstrom und Speicherung.

Kohle wird verdrängt

Für 2050 rechnen Fachleute mit weltweit 63.000 Terawattstunden Sonnenenergie in den Stromnetzen - das wäre doppelt so viel wie heute die Kohle liefert. Und 80 Prozent der privaten Investitionen in neue Energieerzeugung sind inzwischen fossilfrei. Ein Selbstläufer wird die Sache trotzdem nicht. Das Forschungsteam verwies hier auf die politische Ökonomie der Kohle: Rücksichtnahme etwa auf Arbeitsplätze, Steuerzahlungen, politische Sachzwänge oder finanzielle Liquidität lässt Regierungen auch dann noch in Kohle investieren, wenn sich Erneuerbare eigentlich besser rechnen.

Die Autoren der Studie gehen allerdings davon aus, dass die Energiewende anders ablaufen wird, als bisher angenommen. So gingen viele Szenarien davon aus, dass auf einem Pfad, der dem Pariser Klimaabkommen entspricht, noch immer viel Kohle verbrannt, das entstehende CO₂ dann aber abgeschieden wird. Angesichts dessen, dass die Preisentwicklung bei den regenerativen Erzeugern und den Speichersystemen weiter nach unten zeigt, dürfte sich das aber ändern.

Zusammenfassung
  • Energiewende billiger als angenommen durch sinkende Preise
  • Stromerzeugung aus Photovoltaik und Batteriespeicherung zentrale Säulen
  • Kosten für Solarkraft und Batteriespeicher in letzten 10 Jahren stark gesunken
  • Großindustrielle Batterieproduktion unter 100 Dollar je Kilowattstunde
  • Ersetzung von Kohlekraftwerken durch Systeme aus Solarstrom und Speicherung
  • Bis 2050 doppelt so viel Sonnenenergie in Stromnetzen wie Kohle heute liefert
  • Trotz finanzieller Vorteile behindern politische Faktoren den Umstieg
Verwandte Themen
Energiewende Solarenergie
☀ Tag- / 🌙 Nacht-Modus
Desktop-Version anzeigen
Impressum
Datenschutz
Cookies
© 2024 WinFuture