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Hubble entdeckt Uralt-Galaxie auf dem Weg der Verschmelzung

Mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops und einem Trick hat ein Team von Astronomen eine schwer fassbare, vermutlich 11 Milliarden Jahre alte Galaxie entdeckt. Anstatt das Licht zu beobachten, das diese Galaxie aussendet, achteten sie auf das Licht, das sie absorbiert.
NASA
16.09.2023  12:39 Uhr

Uralte Absorbergalaxie beobachtet

Dadurch wurde die Erfassung dieser Uralt-Galaxie überhaupt erst möglich, meldet das Online-Magazin Space.com. Galaxien senden Lichtwellen aus, die das gesamte elektromagnetische Spektrum abdecken, und so von den Weltraumteleskopen wie Hubble beobachtet werden können. Befindet sich eine Galaxie jedoch auf der gleichen Sichtlinie wie eine andere Licht-Quelle, gibt es nur einen anderen Weg, um diese galaktischen Beobachtungen durchzuführen:

"Um absorbierende Galaxien zu finden, suchen wir zunächst nach Quasaren, die besonders rot sind", sagte Johan Fynbo, Astronom am Cosmic Dawn Center, in einer Erklärung. "Da Sternenstaub dazu neigt, das blaue Licht zu absorbieren, aber nicht das rote, wird der Quasar gerötet sein, wenn sich eine staubige Galaxie im Vordergrund befindet."

Hubble uralte Absorbergalaxie
Beim Stefans Quintett versteckt sich mindestens eine weitere Galaxie

Neue Entdeckung am Stefans Quintett

Fynbo und sein Team haben mit diesem Trick bereits mehrere absorbierende Galaxien aufgespürt, indem sie das Licht von geröteten Quasaren analysiert haben. So entdeckten sie nun auch eine uralte Galaxie in der Nähe des sogenannten Stefans Quintett.

Quasare sind aber meist so hell, dass sie das kombinierte Licht aller Sterne in einer ganzen Galaxie praktisch überstrahlen und es schwierig ist, "dahinter" zu blicken. Das macht die Beobachtung einer absorbierenden Galaxie mit ihrer eigenen Lichtleistung zu einer Art Versuch, ein Glühwürmchen zu entdecken, das auf der Lampe eines Leuchtturms sitzt, während man an Land steht.

Hubble uralte Absorbergalaxie
Entdeckt wurde die Galaxie mithilfe von Quasaren

Die Absorptionsmuster, die das neu entdeckte Objekt offenbart hat, sind laut Fynbo bemerkenswert. Die Galaxie absorbiert mehr Licht als andere Galaxien, die in ähnlicher Weise gefunden wurden, was bedeutet, dass es sich wahrscheinlich um eine sogenannte reifere Galaxie wie unsere Milchstraße handelt.

"Die Merkmale, die wir in dem fehlenden Licht gefunden haben, sagen uns etwas über den Staub in der Galaxie im Vordergrund", sagte Lise Christensen, Mitglied des Entdeckungsteams und Astronomin am Cosmic Dawn Center, in der Erklärung. "In der Tat scheint der Staub dem Staub zu ähneln, den wir lokal in der Milchstraße und einer unserer Nachbargalaxien sehen."


Galaxien könnten gravitativ aneinander gebunden sein

Das Team konnte auch feststellen, dass die Galaxie ein helles Gegenstück hat. Diese Galaxie, die anscheinend sehr viele Sterne hervorbringt, ist der Absorbergalaxie so nahe, dass das Team glaubt, dass die beiden Galaxien wahrscheinlich gravitativ aneinander gebunden sind. Das bedeutet, dass die beiden Galaxien wahrscheinlich zu einer Galaxiengruppe verschmolzen sind.

Fynbo beabsichtigt, diese Region des Weltraums unter anderem mit dem Nordischen Optischen Teleskop auf La Palma zu untersuchen, um nach anderen Mitgliedern dieser Galaxiengruppe zu suchen. Dabei besteht auch die Hoffnung, dass er die absorbierende Galaxie dabei beobachten kann, wenn sie ihr eigenes Licht aussendet.

Zusammenfassung
  • Astronomen entdecken 11 Milliarden Jahre alte Galaxie mit Hubble-Teleskop
  • Galaxie wurde durch Beobachtung von absorbiertem Licht identifiziert
  • Methode nutzt gerötetes Licht von Quasaren zur Identifizierung
  • Entdeckte Galaxie absorbiert mehr Licht als andere, ähnlich entdeckte Galaxien
  • Entdeckte Galaxie ähnelt reiferen Galaxien wie der Milchstraße
  • Zugehörige helle Galaxie entdeckt, vermutlich gravitativ gebunden
  • Weiterführende Untersuchungen mit dem Nordischen Optischen Teleskop geplant.
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