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Pro Installation zahlen: Neue Unity-Gebühren sorgen für Shitstorm

Unity kommt auf fast 30 Prozent Marktanteil auf dem Markt für Spiele-Entwicklung. Jetzt hat das Unternehmen neue Gebühren angekündigt. Entwickler sollen pro Installation der Nutzer zahlen. Diese Ankündigung sorgt für einen Sturm der Entrüstung und heftige Gegenwehr.
14.09.2023  16:23 Uhr
Unity ist eine sehr beliebte Game-Engine, die Entwickler bisher neben der breiten Unterstützung verschiedener Plattformen auch mit einer attraktiven Gebühren-Struktur angezogen hat. Nach Angaben des Unternehmens von 2022 nutzen über 230.000 Entwickler das Werkzeug für Entwicklung und Betreuung von über 750.000 Spielen. Jetzt rumort es zwischen Unity Technologies und den Entwickler aber gewaltig. In einem Blogpost am Donnerstag hatte das Unternehmen eine Änderung seiner Gebühren angekündigt. Demnach beabsichtigt man ab Anfang nächsten Jahres für jedes mit der Engine erstellte Spiel eine "Unity Runtime Fee" einzuführen. Die Gebühren werden nach der Anzahl der Installationen berechnet, wobei den Entwicklern bis zu 0,20 US-Dollar pro Installation in Rechnung gestellt werden sollen.


Das Unternehmen ist bemüht darum zu betonen, dass diese Gebühr nur nach Erreichen bestimmter Schwellenwerte fällig wird. Derzeit liegen diese bei 200.000 US-Dollar Umsatz und 200.000 Spielinstallationen während der gesamten Lebensdauer. Für Entwickler, die den Unity Pro Plan oder ähnliche Angebote nutzen, sind die Schwellenwerte höher.

Entwickler entsetzt

Kurz nach der Ankündigung machte sich in sozialen Medien eine wahre Welle der Entrüstung breit - unter anderem, weil bisher völlig offen bleibt, wie sich die neue Gebühren-Ordnung auf mehrfache Installationen des gleichen Spiels, Demos, Rückerstattungen, Abonnementdienste wie Xbox Game Pass und Free-to-Play-Spiele auswirkt.

Gegenüber Axios bestätigt das Unternehmen, dass Entwickler tatsächlich mehrfach zahlen, wenn Nutzer das gleiche Spiel auf einem anderen Gerät installieren. Ferner werden auch Demos in Rechnung gestellt, sollte diese ohne weiteren Download zum vollen Spiel aufgewertet werden können. Beim Spielen über Abos schickt Unity die Rechnung direkt an den Vertreiber.

Offene Fragen gibt es auch in Bezug auf die Weise, wie Unity die Installationen registrieren will. Das Unternehmen gibt nur an, dass man ein proprietäres Datenmodell nutzt, um die nötigen Daten zu erheben. Man wolle aber nicht "ins Detail gehen", wie dieses funktioniert. Für das Erfassen von illegal installierten Kopien arbeite man an einer Lösung, auch hier fehlen Details.

Zusammenfassung
  • Unity plant neue Gebühren für Spiele-Entwickler ab 2024
  • Die Gebühren basieren auf der Anzahl der Spielinstallationen
  • Entwickler könnten bis zu $0,20 pro Installation zahlen
  • Gebühren fällig nach Erreichen von Umsatz- und Installationsgrenzen
  • Welle der Entrüstung in sozialen Medien nach Ankündigung
  • Mehrfache Installationen und Demos könnten ebenfalls kostenpflichtig sein
  • Unklarheit über Registrierung von Installationen und illegalen Kopien
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