X

Wissing sucht E-Fuels-Partnerländer - fast niemand will mitmachen

Die Automesse IAA dürfte für Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) ein harter Aufschlag in der Realität gewesen sein. Eigentlich wollte er Dutzende Partnerländer hinter einer E-Fuels-Initiative versammeln - mitmachen wollten dann aber nur drei.
11.09.2023  17:26 Uhr

E-Fuels spielen auf IAA keine Rolle

Entsprechende Verbindungen gibt es bereits nach Marokko, das sich wirtschaftliche Vorteile als potenzielles Hersteller-Land verspricht. Immerhin können hier solarbetriebene Produktionsanlagen auf viele Sonnenstunden vertrauen. Mit im Boot ist auch Japan, das sich mit seiner starken Autoindustrie wohl auch noch Optionen offenhalten will. Die IAA sollte daher genutzt werden, um auch noch eine ganze Reihe europäischer Partner ins Boot zu holen. Wie der Tagesspiegel berichtet, bekam die Initiative aber "wenig Unterstützung". Einzig Tschechien ist noch als weiterer Unterzeichner hinzugekommen, alle anderen winkten ab.


Dies spiegelt letztlich auch die Automobilindustrie selbst wieder, wie sie sich auf der Messe präsentierte. Auf dieser wurde ein Elektro-Modell nach dem anderen vorgestellt. Quasi alle etablierten Hersteller haben inzwischen eine klare Strategie, wie sie binnen der kommenden gut zehn Jahre die Produktpalette auf ein komplett elektrisches Portfolio umstellen wollen. E-Fuels spielten an den Ständen der IAA hingegen keine Rolle.

Keine Unterzeichner

Wissing selbst hatte noch von einem sehr erfolgreichen Verlauf der ersten internationalen E-Fuels-Konferenz gesprochen. Die vorbereitete "E-Fuels-Erklärung" wollte am Ende dann aber kaum noch jemand unterschreiben. "Daher habe das BMDV (Bundesministerium für Digitales und Verkehr) entschieden, die Bemühungen um eine Abschlusserklärung einzustellen", hieß es.

Warum genau die anderen erhofften Partner letztlich nicht mitziehen wollten, wurde im Detail nicht bekannt. Es dürfte aber daran liegen, dass von Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft immer wieder vorgerechnet wird, dass man schon froh sein kann, mit den produzierbaren Mengen jene Verkehrsbereiche anzutreiben, in denen eine Elektrifizierung nicht möglich ist - also den Flugverkehr und die Handelsschifffahrt. Im Automobilbereich dürften dann nur noch kleinere Mengen zu Preisen ankommen, mit denen halbwegs wohlhabende Oldtimer-Freunde gelegentlich ihre antiken Schätze ausführen können.

Zusammenfassung
  • Bundesverkehrsminister Wissing scheitert mit E-Fuels-Initiative auf IAA
  • Nur Marokko, Japan und Tschechien unterstützen die Initiative
  • Europäische Partner lehnen Teilnahme mehrheitlich ab
  • Automobilindustrie präsentiert auf IAA vorrangig Elektro-Modelle
  • E-Fuels spielen auf der Messe kaum eine Rolle
  • BMDV stellt Bemühungen um Abschlusserklärung ein
  • Experten sehen E-Fuels hauptsächlich für Flugverkehr und Schifffahrt als relevant
☀ Tag- / 🌙 Nacht-Modus
Desktop-Version anzeigen
Impressum
Datenschutz
Cookies
© 2024 WinFuture