X

PowerPoint-Miterfinder Dennis Austin mit 76 Jahren verstorben

Einer der "Väter von PowerPoint" ist gestorben. Bereits am 1. Sep­tem­ber starb Dennis Austin, der bis zu seiner Pensionierung Mitte der 1990er-Jahre der Leitende Entwickler hinter Microsofts Präsentations­software war, an seinem Wohnort im kalifornischen Los Altos.
18.09.2023  12:05 Uhr

Austin lieferte Ideen, ohne die es PowerPoint nicht gäbe

Dennis Austin wurde 76 Jahre alt. Austin litt zuletzt an einer schweren Krebserkrankung, die nun zu seinem Tod führte. Er lebte zuletzt relativ zurückgezogen, nachdem er sich bereits 1996 von seiner leitenden Rolle in dem Entwicklerteam hinter PowerPoint verabschiedet hatte. Robert Gaskins, der Erfinder von PowerPoint, schrieb laut der Washington Post schon vor einigen Jahren in einem Buch, dass Austin mit seinen Ideen und Ansätzen für die Bedienung der Software mittels einer simplen, direkt manipulierbaren Oberfläche der Hauptgrund dafür war, dass das Programm überhaupt so erfolgreich wurde. Austin habe dafür gesorgt, dass PowerPoint leistungsfähig und schnell arbeitete.


Das Tool wurde von Gaskins, Austin und ihrem Team zunächst unter dem Namen Presenter als Produkt einer kleinen Softwareschmiede namens ForeThought entwickelt. Eigentlich sollte das Tool für Macintosh-Computer erscheinen, doch wenige Monate nach der Veröffentlichung der ersten Version im Jahr 1987 traten Bill Gates und Paul Allen mit der noch jungen Firma Microsoft auf den Plan und wollten ForeThought übernehmen.

Microsoft übernahm Austins Firma für 14 Mio. Dollar

Letztlich wurde ForeThought und damit auch Presenter bzw. PowerPoint für 14 Millionen Dollar an Microsoft verkauft. Für Gates und Allen war es die erste "große" Übernahme in der damals noch jungen Geschichte von Microsoft und später für viele Anwender der Beginn einer häufig wohl als "Hassliebe" zu bezeichnenden Beziehung mit PowerPoint.

Das einst von Austin entwickelte Programm für die einfache, grafikgestützte Erstellung von Präsentationen ist bis heute einerseits Feind vieler Nutzer und all jener Zuschauer, die sich seit Jahrzehnten diverse Vorträge und ähnliches ansehen durften, andererseits macht es eben auch oft komplexe Inhalte für eine oft hohe Zahl von Zuschauern nachvollziehbar oder zumindest in verkürzter Form sichtbar.

Wie weit verbreitet die Abneigung gegen PowerPoint ist, zeigen Kommentare von Jeff Bezos und Apple-Gründer Steve Jobs. Bezos ließ einst PowerPoint-Präsentationen bei Amazon untersagen und nannte dies später "eine der klügsten Entscheidungen, die wir je getroffen haben". Jobs hingegen erklärte der Legende nach einst, dass jemand, der PowerPoint verwende, ohnehin keine Ahnung vom jeweiligen Thema haben könne, welches er auf diesem Weg zu vermitteln versuche.

Dennoch hat PowerPoint auch heute noch hunderte Millionen Nutzer und ist fester Bestandteil von Office und verschiedenen Varianten von Microsoft 365. Dank Windows Copilot können zumindest Geschäftskunden ihre Präsentationen mittlerweile auch von einer Künstlichen Intelligenz generieren lassen und mit einfachen Befehlen Einfluss auf Inhalte, Design und Formulierung der Inhalte nehmen.

Zusammenfassung
  • Tod von Dennis Austin, einem der "Väter von PowerPoint"
  • Austin war leitender Entwickler bis Mitte der 1990er-Jahre
  • Er starb an einer schweren Krebserkrankung im Alter von 76 Jahren
  • Austin trug maßgeblich zum Erfolg von PowerPoint bei
  • PowerPoint wurde ursprünglich als "Presenter" von ForeThought entwickelt
  • Microsoft übernahm ForeThought und damit PowerPoint für 14 Millionen Dollar
  • Trotz Kritik hat PowerPoint heute noch hunderte Millionen Nutzer
  • Mit Windows Copilot können Präsentationen von KI generiert werden

Verwandte Themen
Microsoft PowerPoint
☀ Tag- / 🌙 Nacht-Modus
Desktop-Version anzeigen
Impressum
Datenschutz
Cookies
© 2023 WinFuture