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US-Geheimdienste wollen Hosen mit integrierter Videokamera

Die Möglichkeiten der Datenerfassung mit Smartwatches, Fitness-Trackern und ähnlichen Systemen sind den US-Geheimdiensten nicht genug. Sie investieren jetzt in die Entwicklung von Kleidungsstücken, die Audio-, Video- und Standortdaten aufzeichnen können.
Samsung
05.09.2023  10:36 Uhr

Gelder gestreut

Das als "größte Einzelinvestition zur Entwicklung aktiver intelligenter Textilien" bezeichnete Programm SMART ePANTS wurde jetzt bei der Intelligence Advanced Research Projects Activity (IARPA) gestartet. Die Organisation ist das Gegenstück der Geheimdienste zur bekannteren Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) des Militärs. Die beiden Unternehmen Nautilus Defense und Leidos erhielten laut eines Berichtes des US-Magazins The Intercept 11,6 Millionen beziehungsweise 10,6 Millionen Dollar für entsprechende Entwicklungsprojekte. Zwei weitere Unternehmen und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurden mit einer nicht näher bezifferten Summe bedacht.


Die fraglichen Technologien sollen verschiedene Probleme überwinden, die von der bisher verfügbaren Technik nicht abgedeckt werden können. "Als ehemaliger Waffeninspektor weiß ich, wie sehr die in der Hand getragene Elektronik mein Situationsbewusstsein an den Inspektionsorten beeinträchtigen kann", sagte Dawson Cagle, der das Projekt bei der IARPA leitet. "In unbekannten Umgebungen habe ich lieber die Hände frei, um mich an Leitern und Geländern festzuhalten und mir nicht den Kopf zu stoßen, als irgendein Gerät in der Hand zu halten."

Neue Ideen gesucht

Bisher verfügbare Alternativen arbeiten dabei unzureichend. Bodycams beispielsweise erfassen jeweils nur einen kleinen Ausschnitt des Geschehens und sind somit für Videoaufnahmen zu unflexibel. Und eine Kamera in einer Smartwatch würde schlicht ein völlig unruhiges Bild ohne sinnvollen Fokus bieten.

Wie das Ergebnis der Entwicklungsarbeit aussehen könnte, lässt sich derzeit nicht sagen. Die Aufträge der IARPA und auch der DARPA sind bekannt dafür, dass sie meist tief in der Grundlagenforschung ansetzen. Oft genug enden sie auch ohne jedes praktische Ergebnis. Das Ziel besteht bei diesem Konzept darin, dass vielleicht doch durch irgendeinen Zufall dann eine Lösung herauskommt, an die bei der Projektplanung noch niemand gedacht hat.

Zusammenfassung
  • US-Geheimdienste investieren in intelligente Textilien
  • IARPA startet Programm SMART ePANTS für Entwicklung der Textilien
  • Nautilus Defense und Leidos erhalten Millionen für Projekte
  • Ziel: Überwindung technischer Probleme durch intelligente Kleidung
  • Bisherige Technologien unzureichend oder unflexibel
  • Ausgang und Ergebnisse der Grundlagenforschung sind ungewiss
  • Hoffnung auf zufällige, innovative Lösungen durch Forschungsansatz
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